Ausdruck auswerten

Verwenden Sie dieses Tool, wenn Sie Ausdrücke auswerten möchten, d. h. Ergebnisse der Anwendung überprüfen möchten. Die Ausdrücke können numerische oder Zeichenfolgeergebnisse vorheriger Tools oder manuell eingegebene Werte enthalten. Sie können eine Vielzahl von unterschiedlichen Ausdrücken für die Auswertung verwenden. Eine ausführliche Beschreibung der möglichen Ausdrücke finden Sie im Abschnitt Ausdruck.

Im Gegensatz zu anderen MERLIC-Tools verfügt dieses Tool über keine Standardparameter, wenn es eingefügt wird. Wenn Sie Parameter in Ausdrücken verwenden möchten, müssen Sie diese manuell zum Tool hinzufügen. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Hinzufügen von Parametern.

Anstelle eines Grafikfensters umfasst dieses Tool Eingabefelder, in denen die Ausdrücke definiert werden können. Die Ergebnisse der ausgewerteten Ausdrücke werden am unteren Rand des Tools ausgegeben. Das Tool verfügt über keine Standardparameter, wenn es eingefügt wird.

Einen Ausdruck eingeben

Bei der Eingabe eines Ausdrucks in ein Eingabefeld wird eine automatische Vervollständigungsliste mit möglichen Funktionen und Operatoren für die jeweilige Eingabe eingeblendet. Die Liste enthält auch manuell hinzugefügte Parameter und zuvor definierte Ergebnisse. Sie können also das Ergebnis vorangehender Ausdrücken in diesem Tool in nachfolgenden Ausdrücken in diesem Tool verwenden, z. B. das Ergebnis des ersten Ausdrucks im dritten Ausdruck. Es ist jedoch nicht möglich, das Ergebnis eines späteren Ausdrucks in einem früheren Ausdruck zu verwenden, z. B. das Ergebnis des dritten Ausdrucks im ersten Ausdruck.

Sie können die gesamte Liste direkt manuell über die Tastenkombination STRG+Leertaste aufrufen und durchsuchen. Weitere Informationen zu den möglichen Funktionen und Operatoren finden Sie im Abschnitt Operationstypen.

Die folgende Abbildung zeigt die Popup-Liste mit sämtlichen möglichen Funktionen und Operatoren, nachdem sie manuell über STRG+Leertaste geöffnet wurde. Am Anfang der Liste sehen Sie das Ergebnis des ersten Ausdrucks, „NumberMissing“, und den Parameter „Region_Accepted“.

Ausdrücke hinzufügen, entfernen und verschieben

Sie können manuell weitere Ausdrücke hinzufügen sowie Ausdrücke entfernen. Um einen Ausdruck hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche „ Ausdruck hinzufügen“ unten im Tool-Arbeitsbereich. Sie können einen Ausdruck entfernen, indem Sie auf die Schaltfläche rechts neben dem Eingabefeld klicken.

Alternativ können Sie unten im Tool-Arbeitsbereich mit der rechten Maustaste auf das Ergebnis klicken und „Entfernen“ auswählen, um das Ergebnis und den jeweiligen Ausdruck zu entfernen.

Sie können Ziehen und Ablegen verwenden, um die hinzugefügten Ausdrücke zu verschieben und die Reihenfolge der Ausdrücke zu ändern, damit Sie beispielsweise das Ergebnis eines vorherigen Ausdrucks in einem nachfolgenden Ausdruck verwenden können. Wählen Sie dazu den Ausdruck aus, den Sie verschieben möchten, ziehen Sie ihn an die gewünschte Position, und legen Sie ihn an der neuen Stelle ab.

Für jeden neuen Ausdruck wird ein Ergebnis erstellt und am unteren Rand des Tools ausgegeben. Sie können das Ergebnis umbenennen, indem Sie auf den Ergebnisnamen am unteren Rand des Tools doppelklicken. Weitere Informationen zu den zulässigen Namenskonventionen für Toolparameter und -ergebnisse finden Sie unter Tools und Verbindungsstellen umbenennen.

Sie können Ergebnisse auch ausblenden, beispielsweise wenn es Zwischenergebnisse gibt, die mit keinem anderen Tool verbunden sind und lediglich in einem nachfolgenden Ausdruck im Tool-Flow verwendet werden. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Ergebnis, das Sie ausblenden möchten, und wählen Sie „Ausblenden“ aus. Klicken Sie auf die Schaltfläche rechts neben den Ergebnissen, um ein ausgeblendetes Ergebnis anzuzeigen.

Parameter

Dieses Tool verfügt über keine Parameter. Daher werden beim Einfügen des Tools keine Parameter angezeigt. Wenn Sie einen Parameterwert im Ausdruck verwenden möchten, können Sie den Ergebniswert eines vorherigen Tools verwenden oder einen neuen Parameter für das Tool definieren.

Unterstützte semantische Typen

Dieses Tool unterstützt die folgenden semantischen Typen für die Parameter:

  • beliebig
  • double
  • long
  • string

Obwohl nicht alle in MERLIC verfügbaren semantischen Typen für dieses Tool unterstützt werden, können Sie weiterhin ein beliebiges numerisches Ergebnis oder Zeichenfolgeergebnis eines vorherigen Tools verwenden – auch dann, wenn der semantische Typ des betreffenden Ergebnisses nicht unterstützt wird, z. B. „Toolstatus“. Wird jedoch eine Verbindung zu einem solchen Ergebnis erstellt, wird der semantische Typ des jeweiligen neuen Parameters konvertiert und auf „beliebig“ festgelegt.

Da der semantische Typ „long“ Ganzzahlen mit einem größeren Wertebereich darstellt, wird in der folgenden Beschreibung der Begriff „Ganzzahl“ verwendet.

Parameter hinzufügen

Ergebnis eines vorherigen Tools als Parameter verwenden

Um das Ergebnis eines vorherigen Tools im Ausdruck zu verwenden, müssen Sie das Ergebnis mit dem Tool „Ausdruck auswerten“ verbinden.

  1. Wechseln Sie zum vorherigen Tool, dessen Ergebnis Sie als Parameter im Tool „Ausdruck auswerten“ verwenden möchten.
  2. Ziehen Sie den Pfeil der Verbindung vom gewünschten Toolergebnis an die gewünschte Verbindungsstelle. Alternativ können Sie das Kontextmenü öffnen und den entsprechenden Menüeintrag „Verbinden zu“ auswählen.
  3. Wählen Sie das Tool „Ausdruck auswerten“ aus und klicken Sie auf den Menüeintrag „<Verbindung hinzufügen>“.

Das verbundene Ergebnis wird sofort als neuer Parameter für das Tool „Ausdruck auswerten“ hinzugefügt. Name und semantischer Typ des Parameters werden automatisch vom verbundenen Ergebnis übernommen. Wird der semantische Typ des verbundenen Ergebniswerts in diesem Tool nicht unterstützt, wird er für den neuen Parameter automatisch auf „beliebig“ festgelegt.

Alternativ können Sie auch einem neuen Parameter für das Tool definieren (siehe folgende Beschreibung) und den neuen Parameter mit dem Ergebnis eines vorherigen Tools verbinden.

Neuen Parameter definieren

Um einen neuen Parameter zu definieren, müssen Sie eine neue Verbindungsstelle hinzufügen und die Parametereinstellungen definieren.

  1. Klicken Sie auf die Schaltfläche oben links im Toolboard. Das Dialogfenster zum Definieren von Parametereinstellungen wird geöffnet.
  2. Wählen Sie den semantischen Typ für den neuen Parameter im Dialogfenster aus.
  3. Definieren Sie ggf. den minimalen und maximalen Wert für den neuen Parameter.
  4. Klicken Sie auf „OK“, um die Einstellungen zu bestätigen. Der neue Parameter wird sofort mit einem Standardnamen hinzugefügt.
  5. Sie können den Parameter umbenennen, indem Sie auf den Parameternamen doppelklicken. Weitere Informationen zu den zulässigen Namenskonventionen für Toolparameter und -ergebnisse finden Sie im Kapitel Tools und Verbindungsstellen umbenennen.
  6. Definieren Sie den Wert des hinzugefügten Parameters an der Verbindungsstelle.

Nachdem der semantische Typ und der Wertebereich für einen Parameter gespeichert wurden, können diese Einstellungen nicht mehr geändert werden. Wenn der semantische Typ oder der Wertebereich des Parameters angepasst werden muss, müssen Sie einen anderen neuen Parameter mit den gewünschten Einstellungen hinzufügen.

Beispiel

Das folgende Beispiel veranschaulicht die Verwendung eines Ergebnisses eines vorherigen Tools und eines neu definierten Parameterwerts im Ausdruck.

Ausdrücke

Die Ausdrücke, die ausgewertet werden sollen, müssen im Eingabefeld des Toolboards definiert werden. Wenn noch kein Ausdruck oder ein ungültiger Ausdruck definiert wurde, zeigt MERLIC einen Fehler im Toolboard und im Tool-Flow-Panel an. Dieser Fehler wird jedoch nur angezeigt, weil der Ausdruck fehlt oder falsch ist. Es weist nicht auf einen schwerwiegenden Fehler im Arbeitsbereich hin. Daher gibt das Ergebnis „Toolstatus“ in diesem Fall weiterhin „[0; OK]“ aus.

Die Ausdrücke können auf numerische Werte, Zeichenfolgewerte und auch gemischte Tupel angewendet werden. Um einen Wert eines Toolparameters für die Auswertung zu verwenden, geben Sie den Namen des Parameters in das Eingabefeld des Ausdrucks ein. Es ist auch möglich, einen Ausdruck ohne Parameter zu definieren.

Richtung der Auswertung

Die Auswertung der Ausdrücke erfolgt normalerweise von links nach rechts. Mithilfe von Klammern in den Ausdrücken kann jedoch die Reihenfolge der Auswertung geändert werden.

Operationstypen

Bei der Beschreibung von Operationen wird normalerweise von atomaren Tupeln Bei einem Tupel handelt es sich um eine Liste von Elementen, z. B. numerischen Werten und Zeichenfolgen., d. h. Tupeln der Länge 1, ausgegangen. Enthält das Tupel mehr als ein Element, funktionieren die meisten Operatoren wie folgt:

  • Wenn eines der Tupel eine Länge von eins aufweist, werden alle Elemente der anderen Tupel mit dem betreffenden Einzelwert für die ausgewählte Operation kombiniert.
  • Wenn beide Tupel eine Länge größer als eins aufweisen, muss die Länge der beiden Tupel identisch sein (andernfalls tritt ein Fehler auf). In diesem Fall wird die ausgewählte Operation auf alle Elemente mit demselben Index angewendet. Die Länge der resultierenden Tupel stimmt mit der Länge der Eingabetupel überein.
  • Wenn eines der Tupel die Länge 0 („[]“) aufweist, tritt ein Fehler auf.

Im Folgenden werden die verschiedenen Operationen beschrieben, die in einem Ausdruck verwendet werden können.

Sonderzeichen verwenden

Dieses Tool verwendet einfache Anführungszeichen, um Strings darzustellen. Werden innerhalb der einfachen Anführungszeichen Sonderzeichen verwendet, werden diese mit einem Backslash maskiert. '\t‘ wird beispielsweise als Tabulator behandelt.

Ergebnisse

Standardergebnisse

Ergebnis:

Dieses Ergebnis gibt die resultierenden Werte des Ausdrucks aus. Standardmäßig ist dies das Ergebnis des ersten Ausdrucks. Jeder weitere Ausdruck gibt ein weiteres Ergebnis aus. Der semantische Typ des Ergebnisses wird auf „beliebig“ festgelegt.

Toolstatus:

Toolstatus“ gibt Informationen zum Status des Tools aus und kann daher für die Fehlerbehandlung verwendet werden. Weitere Informationen zu den verschiedenen Toolstatus-Ergebnissen finden Sie unter Toolstatus-Ergebnis.

Zusätzliche Ergebnisse

Verarbeitungszeit:

Dieses Ergebnis gibt die Dauer der letzten Ausführung des Tools in Millisekunden aus. Das Ergebnis wird als zusätzliches Ergebnis bereitgestellt. Es ist daher standardmäßig ausgeblendet, kann aber über die Schaltfläche neben den Toolergebnissen angezeigt werden. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Verarbeitungszeit in der Tool-Referenz-Übersicht.

Anwendungsbeispiele

Dieses Tool wird in den folgenden MERLIC-Vision-App-Beispielen verwendet:

  • adapt_brightness_for_measuring.mvapp
  • calibrate_for_ruler_changed_distance.mvapp
  • calibrate_for_ruler_distorted.mvapp
  • calibrate_for_ruler_simple.mvapp
  • check_bent_leads.mvapp
  • check_correct_filling_on_3d_height_images.mvapp
  • check_pen_parts.mvapp
  • check_presence_of_fuses.mvapp
  • check_saw_angles.mvapp
  • check_single_switches.mvapp
  • classify_pills.mvapp
  • count_bottles_with_deep_learning.mvapp
  • detect_scratches_on_metal.mvapp
  • determine_circle_quality.mvapp
  • evaluate_ecc_200_print_quality.mvapp
  • find_and_count_screw_types.mvapp
  • measure_distance_segment_circle_calibrated.mvapp
  • measure_distance_to_center_led.mvapp
  • recognize_color_of_cables.mvapp
  • segment_pill_defects.mvapp
  • segment_pills_by_shape.mvapp