Bild drehen
Mit diesem Tool können Sie ein Bild um einen vordefinierten Winkel in eine bestimmte Richtung drehen. Der Drehmittelpunkt kann durch eine punktförmige ROI definiert werden, und zwar entweder indem die ROI direkt in das Bild gezeichnet oder indem eine punktförmige ROI aus einem vorherigen Tool verbunden wird. Das resultierende Bild wird sofort im Grafikfenster des Tools angezeigt. Das Bild ist weiterhin rechteckig, sodass alle Teile, die nicht vom gedrehten Bild abgedeckt werden, den Standardgrauwert erhalten.
Parameter
Standardparameter
Bild:
Dieser Parameter stellt das Eingabebild dar, das gedreht werden soll. Ist aus dem Ergebnis eines vorherigen Tools ein Bild vorhanden, wird dieses automatisch verbunden und als Eingabebild verwendet.
Bei der Verwendung eines Farbbilds als Eingabebild werden alle Kanäle des Farbbilds für die Verarbeitung verwendet.
Winkel:
Dieser Parameter definiert den Winkel, der bestimmt, wie weit und in welche Richtung das Bild gedreht wird. Der Winkel wird in Grad angegeben. Die Standardeinstellung ist 0°; das Bild wird nicht gedreht. Um den Drehwinkel zu ändern, wählen Sie den gewünschten „Winkel“ über den entsprechenden Parameter mit dem Schieberegler aus. Das Ergebnis ist ein „Gedrehtes Bild“ und wird sofort angezeigt.
|
Wert |
Beschreibung |
|---|---|
|
0 |
Das Bild wird nicht gedreht. |
|
1 bis 180 |
Das Bild wird gegen den Uhrzeigersinn gedreht. |
|
-1 bis -180 |
Das Bild wird im Uhrzeigersinn gedreht. |
Bildgröße beibehalten:
Dieser Parameter legt fest, ob die ursprüngliche Bildgröße beibehalten wird oder nicht. Der Parameterwert ist standardmäßig auf 1 festgelegt, d. h., das Ausgabebild weist die gleiche Breite und Höhe auf wie das Eingabebild.
Wenn Sie „Bildgröße beibehalten“ auf 0 festlegen, wird die Bildgröße angepasst. Bei Drehungen um den standardmäßigen „Mittelpunkt für ROI-Drehung“ befindet sich das ganze Bild im Bild, das durch „Bild drehen“ entsteht. Bei einem bestimmten „Mittelpunkt für ROI-Drehung“ wird das resultierende „Gedrehtes Bild“ nur in der positiven Koordinatenrichtung angepasst, also nach unten und auf der rechten Seite.
Zusätzliche Parameter
Ausrichtungsdaten:
Dieser Parameter enthält die Ausrichtungsdaten, die verwendet werden, um den „Mittelpunkt für ROI-Drehung“ und das Bild auszurichten. Die Ausrichtungsdaten sind standardmäßig so definiert, dass keine Auswirkung sichtbar ist. Wenn Sie bestimmte Ausrichtungsdaten verwenden möchten, müssen Sie den Parameter mit einem geeigneten Ergebnis eines vorherigen Tools verbinden, z. B. Ausrichtungsdaten mit Matching bestimmen, Ausrichtungsdaten mittels geradem Rand bestimmen oder Bild ausrichten.
Mittelpunkt für ROI-Drehung:
Dieser Parameter enthält eine ROI, in diesem Fall eine punktförmige ROI, die als Drehmittelpunkt verwendet wird. Der „Mittelpunkt für ROI-Drehung“ befindet sich standardmäßig im Bildmittelpunkt. Um einen anderen „Mittelpunkt für ROI-Drehung“ zu definieren, müssen Sie den Parameter mit einem geeigneten ROI-Ergebnis eines vorherigen Tools verbinden oder mit der ROI-Schaltfläche für Punkte
Mit diesem Tool kann nur eine einzige ROI verwendet werden. Enthält der Parameter mehrere ROIs, entweder durch eine Verbindung aus einem vorherigen Tool oder durch das Zeichnen mehrerer ROIs mit den ROI-Schaltflächen, wird nur die erste ROI für die Drehung verwendet. Falls „Ausrichtungsdaten“ verfügbar und von einem vorherigen Tool verbunden sind, wird der „Mittelpunkt für ROI-Drehung“ intern ausgerichtet, sodass er u. U. nicht mehr im Bildmittelpunkt liegt.
Interpolationsmethode:
Dieser Parameter definiert die Interpolationsmethode, die zum Bestimmen der resultierenden Grauwerte des gedrehten Bilds verwendet wird. Die Grauwertinterpolation ist eine nützliche Methode, um die Qualität von umgewandelten Bildern zu verbessern. Standardmäßig wird die Methode „konstant“ für die Drehung verwendet. Wählen Sie eine andere Methode aus dem Kombinationsfeld des entsprechenden Parameters aus.
Die folgende Tabelle enthält eine Beschreibung der verschiedenen Interpolationsmethoden mit einigen Beispielbildern. Die Beispielbilder veranschaulichen das Ergebnis der jeweiligen Interpolationsmethode, falls die Bildtransformation eine maßstabgerechte Verkleinerung oder Vergrößerung des Bilds umfasst. Die ROI in den folgenden Bildern veranschaulicht, welcher Bildteil in den Beispielen für verkleinerte Bilder (links) und vergrößerte Bilder (rechts) sichtbar ist.
|
Wert |
Beschreibung |
Beispiel für Verkleinerung |
Beispiel für Vergrößerung |
|---|---|---|---|
|
bikubisch |
Diese Methode bestimmt den resultierenden Grauwert aus 16 benachbarten Pixeln im Originalbild. Höchste Qualität für maßstabgerechte Vergrößerung und höchste Verarbeitungszeit |
|
|
|
bilinear |
Diese Methode bestimmt den resultierenden Grauwert anhand der vier umgebenden nächstliegenden Pixel im Originalbild. Sie erzeugt bessere Ergebnisse mit weniger unerwünschten gezackten Kanten für Bildtransformationen, die eine Vergrößerung aber keine Verkleinerung umfassen. Wenn die Bildtransformation eine maßstabgerechte Verkleinerung des Bildes enthält, kann diese Methode zu unerwünschten Bildfehlern im Bild aufgrund von Aliasing-Effekten führen. Mittlere Qualität und Verarbeitungszeit |
|
|
|
konstant |
Diese Methode bestimmt den resultierenden Grauwert anhand der vier umgebenden nächstliegenden Pixel im Originalbild mithilfe einer gleichgewichteten bilinearen Interpolation. Im Gegensatz zur bilinearen Interpolation umfasst diese Methode eine Glättung des Bilds mit einem Mittelwertfilter. Dies bewirkt eine Verringerung der unerwünschten Aliasing-Effekte, falls die Bildtransformation eine maßstabgerechte Verkleinerung der Bilder enthält. Mittlere Qualität und Verarbeitungszeit |
|
|
|
Nächster Nachbar |
Diese Methode bestimmt den resultierenden Grauwert lediglich anhand eines Pixels im Originalbild, d. h. vom Grauwert des nächstliegenden Pixels. Es wird also keine Interpolation über mehrere Pixel durchgeführt. Stattdessen wird dem resultierenden Pixel der Grauwert des Pixels im Originalbild zugewiesen, dessen Mittelpunkt dem Mittelpunkt des resultierenden Pixels am nächsten liegt. Qualität ist ggf. schlecht, sehr schnell |
|
|
|
gewichtet |
Diese Methode bestimmt den resultierenden Grauwert anhand der vier umgebenden nächstliegenden Pixel im Originalbild mithilfe einer Gauß-gewichteten bilinearen Interpolation. Bei dieser Methode wird ein Gauß-Filter in der Bildtransformation für die integrierte Glättung des Bildes verwendet. Dies bewirkt eine bessere Verringerung der Aliasing-Effekte, falls die Bildtransformation eine maßstabgerechte Verkleinerung des Bildes umfasst. Im Vergleich mit der konstanten Interpolationsmethode erzeugt diese Methode Ausgabebilder mit einem glatteren Erscheinungsbild. Die Verarbeitungszeit steigt jedoch für verkleinerte Bilder erheblich. Gute Qualität, langsam |
|
|
Ergebnisse
Standardergebnisse
Gedrehtes Bild:
Dieses Ergebnis gibt das Bild aus, das um den definierten „Winkel“ um den „Mittelpunkt für ROI-Drehung“ gedreht wurde.
Toolstatus:
„Toolstatus“ gibt Informationen zum Status des Tools aus und kann daher für die Fehlerbehandlung verwendet werden. Weitere Informationen zu den verschiedenen Toolstatus-Ergebnissen finden Sie unter Toolstatus-Ergebnis.
Zusätzliche Ergebnisse
Gedrehte Ausrichtungsdaten:
Dieses Ergebnis gibt die angepassten Ausrichtungsdaten basierend auf dem gedrehten Bild aus. Die Ausgabe erfolgt nur dann, wenn „Ausrichtungsdaten“ eines vorherigen Tools als Eingabe für dieses Tool verwendet wurden. Diese „Ausrichtungsdaten“ werden an die Drehung des Bildes angepasst und als „Gedrehte Ausrichtungsdaten“ ausgegeben. Die neuen Ausrichtungsdaten können für die Ausrichtung der ROIs nachfolgender Tools verwendet werden.
Verarbeitungszeit:
Dieses Ergebnis gibt die Dauer der letzten Ausführung des Tools in Millisekunden aus. Das Ergebnis wird als zusätzliches Ergebnis bereitgestellt. Es ist daher standardmäßig ausgeblendet, kann aber über die Schaltfläche neben den Toolergebnissen angezeigt werden. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Verarbeitungszeit in der Tool-Referenz-Übersicht.