Zusätzliche Einstellungen für Kommunikations-Plugins

MERLIC umfasst einige zusätzliche Einstellungen für Kommunikations-Plugins. Einige dieser Einstellungen sind erforderlich, wenn Sie Kommunikations-Plugins auf einem Remote-System konfigurieren oder benutzerdefinierte Kommunikations-Plugins verwenden möchten, die Sie selbst implementiert haben.

Alle diese Einstellungen können in der MERLIC-Konfigurationsdatei, d. h. in der INI-Datei, angepasst werden. Sie können die Einstellungen in der standardmäßigen MERLIC5.ini-Datei oder einer separaten INI-Datei anpassen. Wenn Sie verschiedene Konfigurationen für unterschiedliche Anwendungsfälle einrichten möchten, können Sie dazu mehrere INI-Dateien erstellen und verwenden. Sie müssen lediglich sicherstellen, dass MERLIC RTE mit der gewünschten INI-Datei gestartet wird, wenn Sie eine andere Konfiguration als die in „MERLIC5.ini“ definierte Konfiguration verwenden möchten. Weitere Informationen zum Erstellen einer neuen INI-Datei und zum Starten von MERLIC RTE mit einer bestimmten INI-Datei finden Sie unter Mehrere MERLIC RTE-Instanzen verwenden.

Die folgenden zusätzlichen Einstellungen können definiert werden:

Ports für die Remote-Konfiguration von Plugins

Wenn Sie das MERLIC RTE Setup mit einem Remote-System verbinden, um Kommunikations-Plugins zu konfigurieren, verwendet MERLIC vorübergehende Ports für die Konfigurationsdienste der Registerkarte „Kommunikation“.

Wenn Sie stattdessen feste Ports verwenden möchten, können Sie die gewünschten Ports in der INI-Konfigurationsdatei oder über die Kommandozeile festlegen. Sie müssen drei Ports angeben, damit die Remote-Konfiguration ordnungsgemäß funktioniert, z. B. „10123;10124;10125“. Sie können Ports im Bereich von 1024 bis 65535 verwenden.

Wenn Sie feste Ports definieren, müssen Sie sicherstellen, dass die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Die angegebenen Ports müssen frei sein. Andernfalls wird MERLIC RTE nicht gestartet, sodass kein Zugriff auf die Konfiguration im MERLIC RTE Setup möglich ist.
  • Die angegebenen Ports dürfen sich nicht mit den Ports überschneiden, die für die Eigenschaft „ImageSourceConfigurationPorts“ im [General]-Abschnitt der INI-Konfigurationsdatei definiert sind. Andernfalls können die Konfigurationsdienste nicht gleichzeitig verwendet werden.

Wenn die Kommandozeilenoption „--plugin_config_ports“ oder die Konfigurationseigenschaft „PluginConfigurationPorts“ in der INI-Datei zum Definieren von festen Ports verwendet wird, kann nur eine MERLIC RTE-Instanz gestartet werden.

Ports in der INI-Datei definieren

Die Porteinstellungen für die Remote-Konfiguration von Kommunikations-Plugins können im [Communicator]-Abschnitt der INI-Datei konfiguriert werden.

  1. Öffnen Sie die INI-Datei, die verwendet werden soll.
  2. Stellen Sie fest, ob die INI-Datei einen [Communicator]-Abschnitt enthält. Wenn nicht, fügen Sie die Überschrift [Communicator] hinzu, um diesen Abschnitt hinzuzufügen.
  3. Fügen Sie die Ports wie unten gezeigt zum [Communicator]-Abschnitt hinzu. Sie können Portnummern im Bereich von 1024 bis 65535 einstellen.
    Kopieren
    [Communicator]
    PluginConfigurationPorts=<PORT1;PORT2;PORT3>

Wenn MERLIC RTE gestartet wird, werden die in der jeweiligen INI-Datei konfigurierten Ports verwendet. Wenn Sie die Porteinstellungen in der standardmäßigen INI-Datei „MERLIC5.ini“ konfiguriert haben, werden diese automatisch verwendet, wenn MERLIC RTE ohne Angabe einer INI-Datei gestartet wird. Wenn Sie die Ports in einer anderen INI-Datei definiert haben, müssen Sie die gewünschte INI-Datei beim Starten von MERLIC RTE angeben. Dafür müssen Sie die Kommandozeilenoption „--ini“ verwenden. Weitere Informationen finden Sie unter Mehrere MERLIC RTE-Instanzen verwenden.

Weitere Informationen zu den verfügbaren Einstellungen in der INI-Datei finden Sie unter Die INI-Datei von MERLIC.

Ports über die Kommandozeile definieren

Wenn Sie lediglich für die aktuelle MERLIC RTE-Sitzung Ports festlegen möchten, können Sie die Ports beim Starten von MERLIC RTE in der Kommandozeile definieren.

  1. Öffnen Sie eine Eingabeaufforderung und wechseln Sie in das Verzeichnis „bin\x64-win64“ unter dem MERLIC-Installationspfad, z. B. "%PROGRAMFILES%\MVTec\MERLIC-5.7\bin\x64-win64".
  2. Starten Sie MERLIC RTE und verwenden Sie die Kommandozeilenoption „--plugin_config_ports“, um die Ports zu definieren.
    Kopieren
    merlic_rte.exe --plugin_config_ports <PORT1;PORT2;PORT3>

    Hinter dem Flag muss die jeweilige Portnummer im Bereich 1024 bis 65535 angegeben werden.

Speicherort von Kommunikations-Plugins

Wenn Sie eigene Kommunikations-Plugins implementiert haben, müssen Sie u. U. den Speicherort der entsprechenden Plugin-Dateien für MERLIC RTE angeben. Standardmäßig sucht MERLIC die Dateien in dem Verzeichnis, in dem sich die ausführbaren MERLIC-Dateien befinden, z. B. in „%PROGRAMFILES%\MVTec\MERLIC-5.7\bin\x64-win64“. In diesem Verzeichnis befinden sich die im Lieferumfang von MERLIC enthaltenen Kommunikations-Plugins. Wenn Sie eigene Kommunikations-Plugins implementiert und die entsprechende Bibliothek an einem anderen Speicherort gespeichert haben, müssen Sie den Speicherort des benutzerdefinierten Plugins für MERLIC RTE angeben. Andernfalls wird das Kommunikations-Plugin nicht gefunden und kann im MERLIC RTE Setup nicht verwendet werden.

Wenn Sie einen neuen oder anderen Speicherort zu den Plugin-Verzeichnissen hinzufügen müssen, müssen Sie alle Verzeichnisse angeben, in denen sich Kommunikations-Plugins befinden – auch den Standardspeicherort der Kommunikations-Plugins im Lieferumfang von MERLIC.

Sie können die Liste der Plugin-Verzeichnisse in der INI-Konfigurationsdatei konfigurieren. Auf diese Weise können Sie Kommunikations-Plugins in verschiedenen Verzeichnissen in derselben MERLIC RTE-Instanz verwenden. In allen angegebenen Plugin-Verzeichnissen werden dann Plugin-Bibliotheken mit dem erforderlichen Präfix „pmV“ für Kommunikations-Plugins gesucht. Im MERLIC RTE Setup wird eine Liste aller Kommunikations-Plugins angezeigt, die in den angegebenen Verzeichnissen gefunden wurden.

Plugin-Verzeichnisse in der INI-Datei definieren

Die Plugin-Verzeichnisse können im [Communicator]-Abschnitt der INI-Datei konfiguriert werden.

  1. Öffnen Sie die INI-Datei, die verwendet werden soll.
  2. Stellen Sie fest, ob die INI-Datei einen [Communicator]-Abschnitt enthält. Wenn nicht, fügen Sie die Überschrift [Communicator] hinzu, um diesen Abschnitt hinzuzufügen.
  3. Fügen Sie die Plugin-Verzeichnisse über die Eigenschaft „PluginDir“ zum [Communicator]-Abschnitt hinzu (siehe folgendes Beispiel). Die Liste muss als Liste mit Semikolons als Trennzeichen angegeben werden.
    Kopieren
    [Communicator]
    PluginDir=C:/communicator/plugins;C:/Program Files/MVTec/MERLIC-5.7/bin/x64-win64

Auf diese Weise können Sie Kommunikations-Plugins in verschiedenen Verzeichnissen in derselben MERLIC RTE-Instanz verwenden. In allen angegebenen Plugin-Verzeichnissen werden dann Plugin-Bibliotheken mit dem erforderlichen Präfix „pmV“ für Kommunikations-Plugins gesucht. Auf der MERLIC RTE Setup-Registerkarte „Kommunikation“ wird eine Liste aller Kommunikations-Plugins angezeigt, die in den angegebenen Verzeichnissen gefunden wurden. Wenn ein Plugin mit demselben Namen in zwei oder mehr der angegebenen Plugin-Verzeichnisse vorhanden ist, wird es nur einmal aufgelistet. Wird dieses Plugin zum MERLIC RTE Setup hinzugefügt, wird die Version in dem Verzeichnis verwendet, das in der Liste der Plugin-Verzeichnisse zuerst aufgeführt ist.

Wenn Sie die Plugin-Verzeichnisse in der standardmäßigen INI-Datei „MERLIC5.ini“ konfiguriert haben, durchsucht MERLIC beim Starten von MERLIC RTE automatisch die angegebenen Plugin-Verzeichnisse. Alle gefundenen Plugins sind dann im MERLIC RTE Setup verfügbar. Wenn Sie die Verzeichnisse in einer anderen INI-Datei konfiguriert haben, müssen Sie sicherstellen, dass MERLIC RTE die Konfiguration der entsprechenden INI-Datei verwendet. Dazu müssen Sie die gewünschte INI-Datei beim Starten von MERLIC RTE über die Kommandozeilenoption „--ini“ angeben. Weitere Informationen finden Sie unter Mehrere MERLIC RTE-Instanzen verwenden.

Konfigurationsverzeichnis von Kommunikations-Plugins

MERLIC bietet die Möglichkeit, den Speicherort für die JSON-Konfigurationsdateien von Kommunikations-Plugins zu ändern. Standardmäßig befinden sich die Plugin-Konfigurationsdateien auf Windows-Systemen unter „%AppData%\MVTec\Communicator\conf\“ und auf Linux-Systemen unter „~/.config/MVTec/Communicator/conf“.

Wenn Sie das Konfigurationsverzeichnis ändern möchten, weil Sie beispielsweise keinen Schreibzugriff auf das Standardverzeichnis haben, können Sie den gewünschten Speicherort in der INI-Konfigurationsdatei angeben.

Konfigurationsverzeichnis in der INI-Datei ändern

  1. Öffnen Sie die INI-Datei, die verwendet werden soll.
  2. Stellen Sie fest, ob die INI-Datei einen [Communicator]-Abschnitt enthält. Wenn nicht, fügen Sie die Überschrift [Communicator] hinzu, um diesen Abschnitt hinzuzufügen.
  3. Definieren Sie das Konfigurationsverzeichnis im [Communicator]-Abschnitt über die Eigenschaft „ConfigDir“ (siehe folgendes Beispiel).
    Kopieren
    [Communicator]
    ConfigDir=D:/merlic/plugin_configuration

Wenn das angegebene Konfigurationsverzeichnis nicht existiert, wird es beim Starten von MERLIC RTE automatisch angelegt.

Wenn Sie den Speicherort in der standardmäßigen INI-Datei „MERLIC5.ini“ konfiguriert haben, werden die Änderungen beim Starten von MERLIC RTE automatisch übernommen. Die entsprechenden Konfigurationsdateien der Kommunikations-Plugins werden automatisch im definierten Verzeichnis gespeichert. Wenn Sie den Speicherort in einer anderen INI-Datei konfiguriert haben, müssen Sie sicherstellen, dass MERLIC RTE die Konfiguration der entsprechenden INI-Datei verwendet. Dazu müssen Sie die gewünschte INI-Datei beim Starten von MERLIC RTE über die Kommandozeilenoption „--ini“ angeben. Weitere Informationen finden Sie unter Mehrere MERLIC RTE-Instanzen verwenden.

Die Konfigurationsdateien von Kommunikations-Plugins können vom Benutzer konfiguriert werden. Es wird jedoch empfohlen, diese Dateien nur dann manuell anzupassen, wenn dies unbedingt notwendig ist, da durch die „MVExpose“-Funktion Informationen überschrieben werden können.