Datenhistorie bestimmen

Mit diesem Tool können Sie statistische Informationen über die Historie verarbeiteter Daten extrahieren.

Ausführungsverhalten

Das Ausführungsverhalten dieses Tools weicht vom Standardverhalten ab. Normalerweise wird ein MERLIC-Tool in den folgenden Fällen ausgeführt:

  • Die MERLIC-Vision-App wird explizit im kontinuierlichen Modus ausgeführt.
  • Die MERLIC-Vision-App wird explizit im Modus „Einmal ausführen“ ausgeführt.
  • Eine MERLIC-Vision-App mit dem Tool wird im MERLIC Creator geöffnet.
  • Ein Parameterwert des Tools wurde im MERLIC Creator geändert.

Das Tool „Datenhistorie bestimmen“ wird jedoch nur in den folgenden Fällen ausgeführt:

  • Die MERLIC-Vision-App wird explizit im kontinuierlichen Modus ausgeführt.
  • Die MERLIC-Vision-App wird explizit im Modus „Einmal ausführen“ ausgeführt.

Dadurch wird sichergestellt, dass beim Laden einer MVApp oder beim Ändern eines Parameterwerts des Tools keine Daten zum Puffer hinzugefügt werden.

Parameter

Standardparameter

Datenwert:

Dieser Parameter definiert die Datenwerte, die überprüft werden. Sie können den Parameter mit einem geeigneten Ergebnis eines vorherigen Tools verbinden und den entsprechenden Wert als Eingabe verwenden oder den Wert manuell an der Verbindungsstelle festlegen.

Puffergröße:

Mit diesem Parameter können Sie die „Puffergröße“ anpassen, um die Anzahl der Datenwerte festzulegen, die für die Datenhistorie gespeichert werden sollen. Standardmäßig ist dieser Wert auf 1000 gesetzt.

Zusätzliche Parameter

Unterer Grenzwert:

Dieser Parameter legt den zulässigen Mindestwert fest, um den „Datenwert“ als guten Wert einzustufen. In Kombination mit dem Parameter „Oberer Grenzwert“ kann er verwendet werden, um den Bereich der Werte zu definieren, die als gut eingestuft werden. Der Parameter ist standardmäßig auf 1 festgelegt. Sie können den Wert mit dem Schieberegler von -1000000,0 bis zu dem in „Oberer Grenzwert“ definierten Wert ändern.

Liegt der verarbeitete „Datenwert“ innerhalb des definierten Bereichs für die guten Werte, so wird er im Ergebnis „Anteil Gut“ angegeben. Andernfalls wird er im Ergebnis „Anteil Schlecht“ angegeben.

Oberer Grenzwert:

Dieser Parameter legt den zulässigen Höchstwert fest, um den „Datenwert“ als guten Wert einzustufen. In Kombination mit dem Parameter „Unterer Grenzwert“ kann er verwendet werden, um den Bereich der Werte zu definieren, die als gut eingestuft werden. Der Parameter ist standardmäßig auf 1 festgelegt. Sie können den Wert mit dem Schieberegler von dem in „Unterer Grenzwert“ definierten Wert bis hin zu 1000000,0 ändern.

Liegt der verarbeitete „Datenwert“ innerhalb des definierten Bereichs für die guten Werte, so wird er im Ergebnis „Anteil Gut“ angegeben. Andernfalls wird er im Ergebnis „Anteil Schlecht“ angegeben.

Zurücksetzen:

Mit diesem Parameter können Sie die Datenhistorie der bisher verarbeiteten Werte zurücksetzen. Er wird als boolescher Wert angegeben und seine Standardeinstellung ist 0. Dies bedeutet, dass kein Ergebnis zurückgesetzt wird. Wenn „Zurücksetzen“ auf 1 festgelegt ist, werden alle Ergebnisse zurückgesetzt und die erfassten Informationen der gesammelten Daten gehen verloren. Dieser Vorgang kann nicht rückgängig gemacht werden. Eine Rücksetzung ist besonders wichtig, wenn ein neuer oder anderer „Datenwert“ verwendet wird. Sonst werden die gewonnenen Informationen der vorherigen Daten nicht aus den Ergebnissen entfernt. Der Parameter wird nach einem Reset automatisch auf 0 zurückgesetzt.

Glättung:

Dieser Parameter legt einen Faktor dafür fest, wie stark die gesammelten Daten geglättet werden sollen. Die Glättung wird mit einer Gauß-Funktion bestimmt. Der Wert wird als reelle Zahl definiert und standardmäßig auf 2 gesetzt. Die geglätteten Daten werden unter „Verarbeitete Pufferdaten“ ausgegeben. Sie können an der zugehörigen Verbindungsstelle einen Glättungsfaktor zwischen 0 und 10 auswählen. Um die Glättung der gesammelten Daten zu deaktivieren, müssen Sie den Parameterwert auf 0 setzen. Die resultierenden Daten werden anschließend ohne Glättung unter „Verarbeitete Pufferdaten“ ausgegeben.

Samplelimit:

Dieser Parameter definiert ein Limit für den Umfang der Daten, die als „Verarbeitete Pufferdaten“ ausgegeben werden, d. h. der gesammelten Daten, die geglättet werden. Wenn die gesammelten Daten den in „Samplelimit“ angegebenen Wert überschreiten, werden die Daten in so vielen äquidistanten Werten gesampelt, wie in „Samplelimit“ definiert ist. Der Parameter ist standardmäßig auf 1000 festgelegt. Das bedeutet, dass die gesammelten Daten in 1000 äquidistanten Werten gesampelt und in „Verarbeitete Pufferdaten“ ausgegeben werden, wenn die gesammelten Daten den Wert 1000 überschreiten.

Ein Sampling kann nur durchgeführt werden, wenn das „Samplelimit“ kleiner ist als der für „Puffergröße“ definierte Wert und der tatsächliche Umfang der gesammelten Daten den in „Samplelimit“ angegebenen Wert überschreitet. Bei den Standardeinstellungen des Tools überschreitet der Umfang der Daten niemals das definierte „Samplelimit“, weil die „Puffergröße“ standardmäßig ebenfalls auf 1000 festgelegt ist. Somit ist das Sampling bei den Standardeinstellungen deaktiviert. Sie können allerdings den Wert für das „Samplelimit“ an der zugehörigen Verbindungsstelle in einen Wert zwischen 1 und 100.000 ändern. Wenn Sie beispielsweise ein „Samplelimit“ von 100 auswählen und die Menge an gesammelten Daten 1000 beträgt, werden die Daten in 100 äquidistanten Werten gesampelt, d. h. in „Verarbeitete Pufferdaten“ wird jeder zehnte Wert (1000/100) ausgegeben. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, die Anzahl der ausgegebenen Pufferwerte zu reduzieren.

Ergebnisse

Standardergebnisse

Mittelwert:

Dieses Ergebnis stellt den berechneten Durchschnitt der in „Datenwert“ übergebenen Daten dar. Die Ausgabe erfolgt als reelle Zahl.

Median:

Das Ergebnis stellt den berechneten Median der in „Datenwert“ übergebenen Daten dar. Die Ausgabe erfolgt als reelle Zahl.

Minimum:

Das Ergebnis stellt das Minimum der in „Datenwert“ übergebenen Daten dar. Die Ausgabe erfolgt als reelle Zahl.

Maximum:

Das Ergebnis stellt das Maximum der in „Datenwert“ übergebenen Daten dar. Die Ausgabe erfolgt als reelle Zahl.

Standardabweichung:

Das Ergebnis stellt die berechnete Standardabweichung der in „Datenwert“ übergebenen Daten dar. Die Ausgabe erfolgt als reelle Zahl.

Pufferdaten:

Dieses Ergebnis gibt alle verarbeiteten Daten, die in „Datenwert“ übergeben wurden, als Tupel aus.

Toolstatus:

Toolstatus“ gibt Informationen zum Status des Tools aus und kann daher für die Fehlerbehandlung verwendet werden. Weitere Informationen zu den verschiedenen Toolstatus-Ergebnissen finden Sie unter Toolstatus-Ergebnis.

Zusätzliche Ergebnisse

Anteil Gut:

Dieses Ergebnis gibt den Prozentsatz der Datenwerte aus, die innerhalb des definierten Wertebereichs zwischen „Unterer Grenzwert“ und „Oberer Grenzwert“ liegen und daher als gut eingestuft werden.

Anteil Schlecht:

Dieses Ergebnis gibt an, wie viele Datenwerte (in Prozent) außerhalb des definierten Wertebereichs zwischen „Unterer Grenzwert“ und „Oberer Grenzwert“ liegen und daher als schlecht eingestuft werden.

Verarbeitete Pufferdaten:

Dieses Ergebnis zeigt alle verarbeiteten Daten, die in „Datenwert“ anhand der für „Glättung“ und „Samplelimit“ definierten Einstellungen weitergegeben wurden. Die Daten werden in Form eines Tupels ausgegeben.

Aktuelle Pufferlänge:

Das Ergebnis gibt die aktuelle Länge der gesammelten Daten wieder, die bis dahin verarbeitet wurden. Es entspricht der Anzahl der Datenwerte, die unter „Pufferdaten“ zurückgegeben wurden.

Verarbeitungszeit:

Dieses Ergebnis gibt die Dauer der letzten Ausführung des Tools in Millisekunden aus. Das Ergebnis wird als zusätzliches Ergebnis bereitgestellt. Es ist daher standardmäßig ausgeblendet, kann aber über die Schaltfläche neben den Toolergebnissen angezeigt werden. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Verarbeitungszeit in der Tool-Referenz-Übersicht.

Anwendungsbeispiele

Dieses Tool wird in den folgenden MERLIC-Vision-App-Beispielen verwendet:

  • check_saw_angles.mvapp