Simulierte SPS als virtuelles Gerät
MERLIC stellt ein Plugin zur Verfügung, das eine Verbindung zu einer simulierten SPS als virtuelles Gerät herstellt. Dabei wird das gleiche Kommunikationsprotokoll wie für eine Hilscher card verwendet. Dieses virtuelle Gerät kann für hardwareunabhängige Kommunikationssimulationen verwendet werden. Die simulierte SPS kann auf der Registerkarte „ I/O“ des MERLIC RTE Setups für die Ausführung eines von zwei vordefinierten Programmen konfiguriert werden. Beide Programme können optional eine Liste von Rezepten Eine MERLIC-Rezeptdatei ist ein wesentlicher Bestandteil der MERLIC-Prozessintegration. Dabei handelt es sich um eine separate Datei (mit der Dateiendung .mrcp), die definiert, welche MERLIC-Vision-App für die Prozessintegration geladen wird. Sie definiert außerdem, wie die MVApp parametrisiert wird, da sie mehrere vordefinierte Eingabewerte für ausgewählte Toolparameter enthält.
Sie können mehrere Rezeptdateien mit individuellen Eingabewerten für ein und dieselbe MVApp erstellen. Auf diese Weise können Sie eine MVApp mit verschiedenen Parametereinstellungen für unterschiedliche Szenarien der Anwendung verwenden. Darüber hinaus können Sie eine Rezeptdatei verwenden, um eine MVApp für eine völlig andere Bildverarbeitungsaufgabe zu laden. durchlaufen, indem nach einer bestimmten, vom Benutzer festgelegten Anzahl von Ausführungen „PrepareRecipe“ aufgerufen wird.
- Das erste Programm löst mit „StartSingleJob“ wiederholt Einzelausführungen aus.
- Das zweite Programm löst mit „StartContinuous“ eine kontinuierliche Ausführung aus und wird nach einer vom Benutzer festgelegten Anzahl von Ausführungen beendet.
Weitere Informationen finden Sie unter Befehle (Hilscher).
Die Einrichtung und Ausführung der simulierten SPS umfasst die folgenden Grundschritte:
- Importieren Sie auf der Registerkarte „Rezepte“ des MERLIC RTE Setups mindestens ein Rezept. Weitere Informationen zu Rezepten finden Sie unter MERLIC-Rezeptdateien.
- Wechseln Sie zur Registerkarte „I/O“ und aktivieren Sie die simulierte SPS.
- Konfigurieren Sie die simulierte SPS mit den angegebenen Parametern und speichern Sie die Änderungen.
- Starten Sie MERLIC im Prozessintegrationsmodus, d. h. MERLIC RTE (siehe Beschreibung unter MERLIC RTE starten und beenden).
Eine ausführlichere Beschreibung der verfügbaren Parameter für die Konfiguration der simulierten SPS finden Sie unter Konfigurieren der simulierten SPS.
Informationen zur Datenkommunikation werden abhängig von den jeweiligen Protokollierungseinstellungen zur Log-Datei „merlic_rte_*.log“ hinzugefügt. Die empfohlene Protokollierungseinstellung für die simulierte SPS ist "trace". Weitere Informationen finden Sie unter Protokollieren.
Simulierte SPS aktivieren
Zuerst müssen Sie die simulierte SPS im MERLIC RTE Setup auswählen und aktivieren:
- Öffnen Sie das MERLIC RTE Setup und wählen Sie die Registerkarte „I/O“ aus.
- Klicken Sie auf „
Aktualisieren“, um die Liste der verfügbaren I/O-Geräte zu aktualisieren. Weitere Informationen finden Sie unter I/O-Geräte einrichten.
- Wählen Sie die simulierte SPS aus. Doppelklicken Sie darauf oder klicken Sie auf die Schaltfläche „
Gerät freischalten“, um sie zu aktivieren.
Nachdem das I/O-Gerät aktiviert wurde, wird im rechten Bereich die jeweilige Konfiguration des Geräts angezeigt. MERLIC umfasst eine Standardkonfiguration für die simulierte SPS und zeigt diese im rechten Bereich des MERLIC RTE Setups an.
Bytereihenfolge konfigurieren
Wählen Sie die Bytereihenfolge für die Datenkommunikation aus.
- Wählen Sie die simulierte SPS in der Liste von Geräten aus.
- Klicken Sie auf das Dropdown-Menü für „Bytereihenfolge“ und wählen Sie den gewünschten Wert aus:
- LittleEndian
- BigEndian
- Speichern Sie die Konfiguration.
Die neue Bytereihenfolge wird in der MERLIC5.ini gespeichert. In der Log-Datei „merlic_rte_*.log“ können Sie feststellen, wie die ausgewählte Bytereihenfolge die Reihenfolge der gesendeten Bytes beeinflusst.
Simulierte SPS konfigurieren
Um die simulierte SPS für den Test zu konfigurieren, muss die simulierte SPS aktiviert und auf der Registerkarte „I/O“ des MERLIC RTE Setups ausgewählt sein. Die verfügbaren Parameter werden auf der rechten Seite im Konfigurationsbereich angezeigt. Dort können Sie die Rezepte, die Sie testen möchten, den Ausführungsmodus (Einzelausführung oder kontinuierliche Ausführung) und einige weitere Parameter wie Bytereihenfolge oder verschiedene Zeitwerte auswählen (um z. B. festzulegen, wann das nächste Rezept geladen wird).
Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht über die verfügbaren Parameter.
|
Parameter |
Beschreibung |
Wertebereich |
|---|---|---|
|
ByteOrder |
Die Bytereihenfolge für die Datenkommunikation. In der Log-Datei „merlic_rte_*.log“ können Sie feststellen, wie die ausgewählte Bytereihenfolge die Reihenfolge der gesendeten Bytes beeinflusst. |
LittleEndian BigEndian |
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DurationUntilStop_ms |
Dieser Parameter ist nur für kontinuierliche Ausführungen relevant, d. h., wenn „ContinuousJobs“ für den Parameter „Program“ ausgewählt ist. Er definiert, wie lang die kontinuierliche Ausführung fortgesetzt wird, bis ein Stoppsignal gesendet wird. Die Dauer wird in ms angegeben. Beispiel: Wenn dieser Parameter auf 5000 festgelegt ist, wird die kontinuierliche Ausführung der im Rezept referenzierten MERLIC-Vision-App nach 5000 ms beendet. |
5000, 1000, 10000 |
|
IntervalBetweenJobs_ms |
Dieser Parameter definiert das Zeitintervall zwischen zwei Jobs, d. h. die Zeit zwischen zwei einzelnen Jobs bzw. zwei kontinuierlichen Jobs. Die Angabe erfolgt in ms. Beispiel: Wenn dieser Parameter auf 100 festgelegt und „SingleJobs“ für den Parameter „Program“ ausgewählt ist, wartet MERLIC 100 ms nach jeder Einzelausführung, bevor die nächste Ausführung gestartet wird. |
100, 0, 5000 |
|
JobsUntilNextRecipe |
Dieser Parameter definiert die Anzahl der Jobs, die ausgeführt werden, bevor das nächste Rezept in der Liste der Rezepte geladen wird, die im Parameter „RecipeList“ definiert sind. Ein Rezeptwechsel erfolgt nur, wenn in „RecipeList“ mehr als ein Rezept angegeben wurde. |
100, 1, 10 |
|
Program |
Dieser Parameter ermöglicht die Auswahl des Ausführungsmodus. Bei Auswahl von „SingleJobs“ wird eine Sequenz von Einzelausführungen durchgeführt, bei Auswahl von „ContinuousJobs“ eine Sequenz von kontinuierlichen Ausführungen. Beim Starten des MERLIC-Prozessintegrationsmodus mit der simulierten SPS erfolgt die Ausführung von „SingleJobs“ bzw. „ContinuousJobs“ abhängig von der Konfiguration der anderen Parameter: Bei Auswahl von „SingleJobs“ werden intern die folgenden Schritte ausgeführt:
Bei Auswahl von „ContinuousJobs“ werden intern die folgenden Schritte ausgeführt:
|
SingleJobs ContinuousJobs |
|
RecipeList |
Dieser Parameter definiert die IDs der verwendeten Rezepte. Die Rezepte werden in einer kommagetrennten Liste mit den jeweiligen Rezept-IDs angegeben. Die ausgewählten Rezepte werden während der Ausführung gewechselt. Sie können bis zu 4 Rezepte auswählen, die gewechselt werden. Der Zeitpunkt für einen Rezeptwechsel wird durch den Parameter „JobsUntilNextRecipe“ bestimmt. Bei Einstellung dieses Parameters auf 10 wird das nächste Rezept in der Rezeptliste vorbereitet, nachdem das aktuell vorbereitete Rezept 10 Mal („SingleJobs“ oder „ContinuousJobs“) ausgeführt wurde, usw. Wenn die Liste nur eine Rezept-ID enthält, wird dieses Rezept nur ein Mal vorbereitet und alle Jobs werden mit diesem Rezept durchgeführt. Wenn die Liste leer ist, werden alle Jobs mit dem vorbereiteten Standardrezept bzw. mit dem Rezept 0 ausgeführt, falls kein Standardrezept verfügbar ist. |
0 0,1 0,1,2 0,1,2,3 |
Die Konfiguration wird automatisch zur Datei MERLIC5.ini hinzugefügt. Daher ist es nicht notwendig, die INI-Datei manuell anzupassen.
Konfiguration zurücksetzen
Um die Standardkonfiguration eines Geräts wiederherzustellen, können Sie die Änderungen zurücksetzen, indem Sie am unteren Rand der Registerkarte „I/O“ auf „ Auf Standard zurücksetzen“ klicken.