MERLIC 5.8 umfasst viele neue und verbesserte Funktionen. In dieser Kurzübersicht finden Sie einige der interessantesten Änderungen. Eine Liste aller Aktualisierungen in dieser MERLIC-Version finden Sie in den Release Notes.
Verbesserte Benutzeroberfläche für den Rezeptverwalter
Diese MERLIC-Version enthält zahlreiche Verbesserungen der grafischen Benutzeroberfläche für den Rezeptverwalter. Die „Rezepte“-Registerkarte im MERLIC Runtime Environment Setup (MERLIC RTE Setup) wurde überarbeitet und erweitert, um Benutzern die Einrichtung der Anwendung für die Prozessintegration zu erleichtern.
Ausführliche Rezeptinformationen
Die „Rezepte“-Registerkarte im MERLIC RTE Setup stellt nun ausführlichere Informationen zum jeweiligen Rezept und die MERLIC-Vision-App (MVApp) bereit, auf die verwiesen wird. Sie kann nun verwendet werden, um schnell alle Informationen zu ermitteln, die für die Einrichtung Ihrer Anwendung für das MERLIC RTE oder die Bereitstellung Ihrer Anwendung auf einem anderen System relevant sein könnten. Sie finden dort allgemeine Informationen zum Rezept und zur MVApp sowie ausführliche Informationen zu den angegebenen Bildquellen, MVApp-Parametern und MVApp-Ergebnissen. Anhand der Registerkarte können Sie sogar ermitteln, ob die MVApp, auf die im Rezept verwiesen wird, zusätzliche Komponenten wie referenzierte Dateien oder benutzerdefinierte Tools verwendet.
Neue Bearbeitungsoptionen
MERLIC bietet nun zusätzliche Optionen zur Auswahl des Standardrezepts und zum Entfernen von Rezepten in der Registerkarte „Rezepte“. Diese Änderungen sind nun auch in einem neuen Menü verfügbar, das für jedes Rezept in der auf der linken Seite angezeigten Rezeptliste bereitgestellt wird. So haben Sie mehrere Möglichkeiten, ein Standardrezept festzulegen oder zurückzusetzen sowie ein Rezept zu entfernen.
Beibehaltung der Fenstergeometrie im MERLIC RTE Setup
Das MERLIC RTE Setup wurde erweitert, um die Fenstergeometrie über mehrere Sitzungen hinweg beizubehalten. Zudem werden alle Änderungen an der Position und den Abmessungen des MERLIC RTE Setup-Fensters nun beim Schließen und erneuten Öffnen beibehalten. Mithilfe einer neuen Einstellung in der INI-Konfigurationsdatei von MERLIC können Sie außerdem eine bestimmte Dimension im Voraus festlegen.
Verbesserte Fehlerbehandlung und Rezeptverwalter
Die neue Registerkarte „Rezepte“ im MERLIC RTE Setup bietet jetzt eine verbesserte Fehlerbehandlung. Sie wurde erweitert, um mehr Fehlerfälle zu validieren und anzuzeigen, wie z. B. fehlende Dateien, die in der MVApp referenziert sind. Fehler werden nun außerdem direkt an der betroffenen Komponente angezeigt und bieten detailliertere Informationen zu möglichen Lösungen. Dadurch lassen sich Fehler im Vergleich zu früheren MERLIC-Versionen wesentlich einfacher erkennen und behandeln.
Darüber hinaus wurden zahlreiche interne Verbesserungen implementiert, um eine stabile Grundlage für zukünftige Verbesserungen des Rezeptverwalters im Hinblick auf die Bereitstellung zu schaffen. Eine Auswirkung dieser Verbesserungen ist die kürzere Ladezeit von MERLIC-Rezepten. Sie werden nun deutlich schneller in die „Rezepte“-Registerkarte des MERLIC RTE Setups geladen und importiert.
Verbesserte Fehlerbehandlung für den Bildeinzug
Die Fehlerbehandlung des Image Source Manager (ISM) wurde für diese MERLIC-Version verbessert. Sie überwacht nun verpasste Triggersignale und erkennt, wenn Bilder verworfen werden. Je nach verwendetem Trigger- und Verarbeitungsmodus wird MERLIC diese Ereignisse nun entsprechend verarbeiten.
Erkennung und Handhabung verpasster Trigger
Der Image Source Manager (IMS) überwacht nun Ereignisse (FrameTriggerMissed) von Kameras, die darauf hinweisen, dass die Kamera ein Triggersignal empfangen hat, das sie nicht verarbeiten konnte, Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Kamera noch ein Bild aus einem vorherigen Triggersignal belichtet. Bei Erkennung eines verpassten Triggers protokolliert der Image Source Manager eine Warnung.
Wenn ein verpasster Trigger im MERLIC RTE erkannt wird, während das System sich im „Ready“-Zustand bzw. in einem der Ausführungsstatus befindet, wird ein „error“-Ereignis ausgegeben.
Handhabung verworfener Bilder
Der Image Source Manager (ISM) erkennt nun, wenn Bilder von einer Kamera aus dem Frame-Puffer verworfen werden, bevor sie von MERLIC verarbeitet werden. Hierzu wird das „Bildquelle“-Tool um einen neuen Parameter erweitert („Frame-ID“), der eine fortlaufende Nummer darstellt, die mit jedem erfassten Frame erhöht wird. Eine Lücke in der Frame-ID weist darauf hin, dass ein Frame verworfen wurde, und je nach verwendeter Triggermethode reagiert MERLIC entsprechend.
Handhabung unterbrochener Verbindungen zu Bildaufnahmegeräten
In dieser MERLIC-Version, wechselt MERLIC RTE nun sofort in den „Error“-Zustand, wenn die Verbindung zu einem verwendeten Bildaufnahmegerät unterbrochen wurde, während sich das System im „Ready“-Zustand befindet. Zuvor erfolgte dieser Übergang erst, nachdem ein Versuch, ein Bild vom Gerät aufzunehmen, aufgrund des Starts eines Jobs fehlgeschlagen war.
Neues Kommunikations-Plugin „Siemens IE Databus“
Zum Lieferumfang von MERLIC gehört jetzt das neue Kommunikations-Plugin „Siemens IE Databus“. Es ermöglicht die Verbindung von MERLIC mit der Siemens Industrial Edge (IE)-Plattform. Es kann über die Industrial Edge Connector-Apps, beispielsweise „SIMATIC S7 Connector“, direkt mit speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) oder anderer Hardware kommunizieren. Für die Kommunikation zwischen dem Plugin und der Industrial Edge-Plattform wird die Industrial Edge-App „Databus“ verwendet. Das Siemens IE Databus-Plugin ist für die Verwendung mit allen Industrial Edge Connector-Apps konzipiert, die die „Industrial Edge Common Databus Payload Format“-API nutzen.
Vereinfachte Remote-Verbindung des MERLIC Frontend
In dieser MERLIC-Version ist die Verbindung eines MERLIC Frontend mit einem entfernten MERLIC-Server wesentlich einfacher als in früheren Versionen. Bisher konnte das Frontend nur über die Befehlszeile mit einem Remote-Server verbunden werden. Jetzt kann die Verbindung über die grafische Benutzeroberfläche des MERLIC Frontends hergestellt werden. Sie können einen Verbindungsdialog direkt im Frontend-Menü öffnen und den gewünschten MERLIC-Server auswählen. MERLIC erkennt verfügbare Server im Netzwerk und speichert kürzlich verwendete Hosts, sodass die Verbindung zu einem MERLIC-Server mit nur wenigen Mausklicks hergestellt werden kann.
Tool-Verbesserungen
Um von den Verbesserungen der neuen HALCON-Version zu profitieren, wurden die von MERLIC verwendeten HALCON-Bibliotheken auf den Stand HALCON 25.05 Progress aktualisiert. Einige MERLIC-Tools wurden erweitert, um die Funktionen der neuen zugrunde liegenden HALCON-Version zu nutzen und weitere Verbesserungen aufgrund von Nutzer-Feedback zu integrieren.
Verbesserungen für Deep OCR
Das Tool „Text und Zahlen lesen mittels Deep Learning“ wurde um den neuen Toolparameter „Erkennungsausrichtung“ erweitert. Dieser verbessert die Erkennungsgenauigkeit für ungenau zugeschnittene Wörter. Darüber hinaus wurde das Tool um das neue Toolergebnis „Zeichenkonfidenz“ erweitert, das die Konfidenzwerte jedes einzelnen gelesenen Zeichens ausgibt.
Verbesserungen beim Lesen von Datacodes
Das Tool „DataMatrix ECC 200 lesen“ wurde um den neuen Toolparameter „Alternating Pattern Toleranz“ erweitert. Mit diesem Parameter kann die Toleranz für die Suche in Bezug auf die Variation der Modulbreiten entlang der beiden Seiten des alternierenden Musters definiert werden. Auf diese Weise können Codes gelesen werden, die zuvor aufgrund hoher Variationen der Module im alternierenden Muster des Finder-Pattern nicht decodiert werden konnten. Das Tool wurde außerdem um ein entsprechendes neues Trainingsergebnis „Alternating Pattern Toleranz – Ausgabe“ erweitert, das den Toleranzwert ausgibt, der für den Parameter „Alternating Pattern Toleranz“ verwendet wurde.
Auch das Tool „QR-Code lesen“ profitiert von der neuen zugrunde liegenden HALCON-Version. Es unterstützt nun die Definition der Such-Toleranz für das Lesen deformierter QR‑Codes. Die Toleranz kann im neuen Parameter „Deformationstoleranz“ definiert werden.
Unterstützung von Intel® NPU als Artificial Intelligence Acceleration (AI²)-Hardware
MERLIC unterstützt nun die Verwendung von Intel® Neural Processing Units (NPUs) als AI-Beschleuniger-Hardware in MERLIC-Tools mit Deep-Learning-Funktionalität. Die Erweiterung der Palette der unterstützten Intel-Geräte bietet Kunden nun noch mehr Flexibilität bei der Auswahl ihrer Hardware.
Neues MVApp-Beispiel
MERLIC wurde um das neue MVApp-Beispiel „demonstrate_evaluate_expression.mvapp“ erweitert. Es veranschaulicht die Verwendung der arithmetischen und logischen Möglichkeiten des Tools „Ausdruck auswerten“. Darüber hinaus enthält es mehrere Toolnotizen mit weiteren Informationen zum besseren Verständnis der definierten Ausdrücke.
Neues Konzepttool „Overlay zu Bild hinzufügen“
MERLIC wurde um das neue Konzepttool „Overlay zu Bild hinzufügen“ erweitert. Es ermöglicht Ihnen, grafische und Text-Overlays zu einem Bild hinzuzufügen. Mit diesem Tool können Sie die Visualisierung und Dokumentation von Bildern anpassen, beispielsweise indem Sie Bilder speichern, die wichtige oder individuelle Ergebnisse zeigen.
Zur Veranschaulichung des neuen Konzepttools enthält MERLIC auch die neue Beispiel-MVApp „“. Hier wird zeigt, wie Text- und Kontur-Overlays zu einem Bild hinzugefügt werden können.
Bei Konzepttools handelt es sich um vorläufige MERLIC-Tools mit neuer Funktionalität in einer frühen Entwicklungsphase. Sie können die Konzepttools testen und evaluieren. Ihr Feedback zur vorläufigen Version liefert uns wertvolle Informationen zur weiteren Entwicklung, um neue MERLIC-Tools zu verbessern und weitere Entwicklungsschritte für zukünftige MERLIC-Versionen zu planen.
Verbesserte Dokumentation für Aufnahmesequenzen
In dieser MERLIC-Version finden Sie nun alle Informationen zur Verwendung von Aufnahmesequenzen im MERLIC-Handbuch. Dazu gehören Informationen zu grundlegenden und verwalteten Sequenzen sowie ausführliche Informationen zu benutzerdefinierten Aufnahmesequenzen und deren Konfiguration, die zuvor nur in einem separaten PDF-Dokument verfügbar waren. Sie müssen sich daher nicht mehr an unseren Kundensupport wenden, um die Dokumentation für benutzerdefinierte Aufnahmesequenzen zu erhalten.