Neue Funktionen in MERLIC 26.03

MERLIC 26.03 umfasst viele neue und verbesserte Funktionen. In dieser Kurzübersicht finden Sie einige der interessantesten Änderungen. Eine Liste aller Aktualisierungen in dieser MERLIC-Version finden Sie in den Release Notes.

 

Neue MERLIC-Versionierung und -Lizenzierung

Ab dieser MERLIC-Version haben sich das Versionierungssystem und das Lizenzmodell von MERLIC geändert.

Das System zur Versionierung von MERLIC basiert nun auf dem Jahr und dem Monat der Veröffentlichung (JJ.MM). Die neue MERLIC-Version heißt daher MERLIC 26.03. Sie ist in zwei Paketen erhältlich: „MERLIC“ und „MERLIC Professional“.

Für beide MERLIC-Pakete kann nun eine beliebige Anzahl von Kamerageräten verwendet werden. Anders als beim bisherigen Lizenzmodell gibt es nun keine Beschränkung hinsichtlich der Anzahl mehr.

Darüber hinaus können zwei Lizenz-Add-Ons zusätzlich zum „MERLIC“-Paket erworben werden: „MERLIC Deep Learning Add-On“ und „MERLIC Custom Tools Add-On“.

Mit einer Lizenz für „MERLIC Professional“ können Sie alle MERLIC-Funktionen nutzen, einschließlich der MERLIC-Tools mit MERLIC Deep Learning Add-on und der Integration benutzerdefinierter MERLIC-Tools.

Eine Lizenz für „MERLIC“ ist ausreichend, wenn Sie keine MERLIC-Tools mit MERLIC Deep Learning Add-on und keine Integration benutzerdefinierter MERLIC-Tools benötigen. Sie können diese Lizenz jedoch zu einem späteren Zeitpunkt um die verfügbaren MERLIC-Add-Ons erweitern, um sie an die Anforderungen Ihrer Anwendungen anzupassen.

WEITERE INFORMATIONEN

 

Neue Funktion „Frontend-Beobachtbarkeit“

MERLIC ermöglicht die Beobachtbarkeit seiner Komponenten.

Ein wichtiges Merkmal von MERLIC ist die Möglichkeit, MVApps im laufenden Prozess über das MERLIC Frontend zu modifizieren. In dieser MERLIC-Version wird eine neue Funktion eingeführt, welche die Beobachtbarkeit des MERLIC Frontends ermöglicht. MERLIC RTE bietet nun eine offene Schnittstelle, um die Frontend-Interaktion in eine Beobachtbarkeits-Pipeline einzubinden, wodurch die Übertragung von aufgezeichneten Traces, wie Parameteränderungen oder Benutzeranmeldungen, an jedes kompatible Beobachtbarkeitsprodukt möglich ist.

Dadurch können Benutzer im MERLIC RTE-Modus verfolgen, was im MERLIC Frontend geschieht, und einen Prüfpfad erstellen.

Wenden Sie sich bitte an den technischen Support von MVTec, wenn Sie den aktuellen Stand der Beobachtbarkeit des MERLIC Frontends testen möchten. Der Support stellt Ihnen Informationen zum Einrichten der Beobachtbarkeit in MERLIC zur Verfügung.

TECHNISCHER SUPPORT VON MVTEC

Verbessertes Widget „Schreibzugriff

Diese MERLIC-Version verfügt über einen verbesserten Schreibzugriff für das MERLIC Frontend. Beim Starten des Frontends wird der Schreibzugriff je nach verbundenem MERLIC-Server automatisch gewährt oder deaktiviert. Beim Starten des Frontends im Frontend Designer während der Erstellung des Frontend-Designs ist das Widget „Schreibzugriff“ nun deaktiviert, da der Schreibzugriff automatisch gewährt wird. Das Widget wird nur aktiviert, wenn das Frontend mit einer MERLIC RTE-Instanz verbunden ist. Außerdem wurde das Symbol des Widgets „Schreibzugriff“ überarbeitet, damit Frontend-Benutzer es leichter vom Widget „Schaltfläche easyTouch“ unterscheiden können. Das Widget zeigt nun auch an, ob derzeit Schreibzugriff im Frontend gewährt wird und ob es nicht gespeicherte Änderungen gibt.

Die Konfigurationsoptionen für das Widget „Schreibzugriff“ wurden ebenfalls erweitert. Beim Erstellen des Frontend-Designs für eine MVApp kann nun eine Freigabeaktion ausgewählt werden. Diese wird ausgelöst, wenn der Frontend-Schreibzugriff freigegeben wird, während noch nicht gespeicherte Änderungen vorhanden sind. Dabei können Sie festlegen, ob die Änderungen automatisch gespeichert werden sollen oder ob ein Speichern-Dialog angezeigt werden soll, in dem die Frontend-Benutzer die Änderungen verwerfen oder einen Grund für die Änderungen angeben können. In Kombination mit der Benutzerverwaltung ermöglicht dies auch die Konfiguration mehrerer „Schreibzugriff“-Widgets mit unterschiedlichen Freigabeaktionen, beispielsweise in verschiedenen Ansichten für Benutzer mit unterschiedlichen Zugriffsrechten.

Im Zuge der Verbesserungen am Schreibzugriffsmodus wurde auch dessen Dokumentation optimiert. Sie beschreibt nun klarer den Verwendungszweck, die Unterschiede je nach Server, mit dem das Frontend verbunden ist, sowie die Aktivierung des Schreibzugriffs im MERLIC RTE-Modus.

WEITERE INFORMATIONEN

Geplante Erweiterung: ADS-Kommunikations-Plugin

Wir arbeiten derzeit an einem neuen Kommunikations-Plugin, das den Datenaustausch und die Gerätesteuerung über das TwinCAT Automation Device Specification (ADS)-Protokoll unterstützt.

Es ermöglicht MERLIC-Anwendungen eine nahtlosere und effizientere Interaktion mit TwinCAT-Systemen. Das Plugin wird als separates Installationspaket für MERLIC im MVTec Software Manager (SOM) bereitgestellt. Sobald es verfügbar ist, kann es Ihrer bestehenden MERLIC-Installation hinzugefügt werden.

Weitere Details folgen.

Neues Konzepttool „Bilder zusammenfügen

MERLIC wurde um das neue Konzepttool „Bilder zusammenfügen“ erweitert. Damit können Sie zwei Bilder mit derselben Anzahl von Kanälen zu einem Bild kacheln. Die Bilder können dabei entweder horizontal oder vertikal gekachelt werden. Bei Bedarf können Sie das Tool mehrfach verwenden, um anschließend ein Bild auf der Grundlage einer Sequenz von gekachelten Bildern zu erstellen. In Verbindung mit Aufnahmesequenzen können Sie so Bilder kombinieren, die mit einer Zeilen- oder Flächenkamera aufgenommen wurden.

Bei Konzepttools handelt es sich um vorläufige MERLIC-Tools mit neuer Funktionalität in einer frühen Entwicklungsphase. Sie können die Konzepttools testen und evaluieren. Ihr Feedback zur vorläufigen Version liefert uns wertvolle Informationen zur weiteren Entwicklung, um neue MERLIC-Tools zu verbessern und weitere Entwicklungsschritte für zukünftige MERLIC-Versionen zu planen.

WEITERE INFORMATIONEN

Tool-Verbesserungen

Um von den Verbesserungen der neuen HALCON-Version zu profitieren, wurden die von MERLIC verwendeten HALCON-Bibliotheken auf den Stand HALCON 25.11 Progress aktualisiert. Einige MERLIC-Tools wurden erweitert, um die Funktionen der neuen zugrunde liegenden HALCON-Version zu nutzen und weitere Verbesserungen aufgrund von Nutzer-Feedback zu integrieren.

Verbesserungen für das Deep OCR

Das MERLIC-Tool „Text und Zahlen lesen mittels Deep Learning“ wurde in vielerlei Hinsicht verbessert. So wurde es beispielsweise um ein neues Deep-Learning-Modell für den Lesemodus erweitert. Die neue Modelldatei „pretrained_deep_ocr_reading_compact.hdl“ ist kompakter und eignet sich besonders, wenn Zeit und Speicherplatz wichtige Faktoren sind.

Zudem unterstützt das Tool nun auch Deep OCR-Modelle, die im MVTec Deep Learning Tool optimiert wurden.

Darüber hinaus wurden die Parameter angepasst, sodass es möglich ist, die Recheneinheit, die Präzision und den Datentyp der Präzision nun individuell für den Erkennungs- und den Lesemodus zu konfigurieren. In diesem Zusammenhang wurden weitere Parameternamen und Ergebnisnamen aus Gründen der Konsistenz überarbeitet sowie, um besser erkennbar zu machen, welche Parameter individuell für den Erkennungs- bzw. Lesemodus eingestellt werden können.

WEITERE INFORMATIONEN

Verbesserte Druckqualitätsprüfung für das Lesen von 2D-Datencodes

Die MERLIC-Tools zum Lesen von 2D-Datencodes unterstützen nun die neuesten Versionen der Prüfnormen für die Druckqualitätsprüfung: ISO/IEC 15415:2024 für die Druckqualitätsprüfung von zweidimensionalen Barcodes und ISO/IEC 29158:2025 für die Bewertung der Symbolqualität von direkt markierten Teilen (DPM). Dieses Update betrifft die folgenden Tools:

  • Aztec-Code lesen
  • DataMatrix ECC 200 lesen
  • PDF417 lesen
  • QR-Code lesen

In diesem Zusammenhang wurde der Parameterwert für die Norm ISO/IEC 29158 in den Tools „Aztec-Code lesen“, „DataMatrix ECC 200 lesen“ und „QR-Code lesen“ von „ISO/IEC TR 29158 (AIM DPM-1-2006)“ zu „ISO/IEC 29158“ umbenannt.

WEITERE INFORMATIONEN

Verbesserte Benutzerfreundlichkeit beim Zugriff auf die Hilfe

Die Menüs der Hilfe wurden benutzerfreundlicher gestaltet, um einen intuitiveren Zugriff auf die Dokumentation zu ermöglichen. Die „Hilfe“-Menüs aller Komponenten bieten nun Menüeinträge, über die sich die kontextsensitive Hilfe und die Startseite des MERLIC-Handbuchs aufrufen lassen. Darüber hinaus werden nun auch die entsprechenden Tastenkombinationen deutlich angegeben. Das MERLIC RTE Setup wurde um eine neue „Hilfe“-Schaltfläche in der oberen rechten Ecke erweitert. Neben der Tastenkombination können Sie nun auch die Hilfe-Schaltfläche verwenden, um die kontextsensitive Hilfe für die jeweilige Registerkarte im MERLIC RTE Setup zu öffnen.

WEITERE INFORMATIONEN

Verbesserungen für das „OPC UA“-Plugin

Für das „OPC UA“-Plugin wurden mehrere Verbesserungen vorgenommen. So wurde das Unified Automation OPC UA auf Version 2.01 aktualisiert. Darüber hinaus wurden die folgenden Verbesserungen für die Plugin-Konfiguration umgesetzt:

Änderungen für „trace“-Informationen

Das Plugin leitet die „trace“-Informationen aus dem Stack und der Anwendung nun direkt in die MERLIC RTE-Log-Dateien um, sodass keine separate Log-Datei mehr erforderlich ist. Die Plugin-Konfiguration in der Kategorie „OPC UA Trace Settings“ wurde entsprechend angepasst.

Konfiguration der „Endpoint Connection

Die Konfiguration der „Endpoint Connection“ wurde um die beiden neuen Parameter „Address“ und „Port“ erweitert. Mit diesen können die IP-Adresse (IPv4 oder IPv6) bzw. der Host-Rechner sowie der Port für die Verbindung definiert werden. In diesem Zusammenhang wurde der Parameter „URL“ entfernt, da er nicht mehr benötigt wird.

Konfiguration für das „Server Certificate

Aufgrund der Änderungen bei der Konfiguration der „Endpoint Connection“ wurden die Standardwerte des Parameters „Domain name“ in der Kategorie „Server Certificate“ von „[NodeName]“ in „[HostName]“ geändert.

Konfiguration für „Endpoint Security Overrides

In der Kategorie „Endpoint Security Overrides“ wurden einige Parameter aus Gründen der Nachvollziehbarkeit umbenannt:

  • Accept missing CRLs“ wurde in „Accept missing certificate revocation lists“ umbenannt,
  • Disable ApplicationUri check“ wurde in „Disable application uri check“ umbenannt,
  • Disable UserToken PolicyId check“ wurde in „Disable user token policy id check“ umbenannt.

WEITERE INFORMATIONEN

Änderungen für veraltete MERLIC-Tools

Entfernte veraltete Tools

Die MERLIC-Tools „Bild von Kamera einziehen“, „Socket lesen“ und „Socket schreiben“ stehen nicht mehr zur Verfügung. Sie waren seit MERLIC-Version 5.0 als veraltet gekennzeichnet und wurden nun vollständig entfernt.

MVApps die diese Tools enthalten, müssen in der neuen MERLIC-Version aktualisiert werden. Wir empfehlen, den Image Source Manager (ISM) zu verwenden, um Bilder von Kamerageräten einzuziehen. Für die Kommunikation über Sockets empfehlen wir die Verwendung des zusätzlichen Kommunikations-Plugins „TCP Socket“.

Neu als veraltet eingestufte Tools

Ab dieser MERLIC-Version werden die MERLIC-Tools „Datei lesen“, „Bild-Datei schreiben“ und „Datei schreiben“ als veraltet eingestuft. Sie wurden in die Tool-Kategorie „Veraltet > Dateizugriff“ verschoben. Die Tools sind aus Gründen der Abwärtskompatibilität weiterhin verfügbar, werden aber in kommenden MERLIC-Versionen nicht mehr gepflegt oder aktualisiert. Wir empfehlen, stattdessen die Kommunikations-Plugins „save-results“ und „save-images“ zu verwenden.

WEITERE INFORMATIONEN