Schreibzugriff im Frontend erhalten und freigeben
Standardmäßig ist der Schreibzugriff nur für MERLIC Frontends verfügbar, die mit einer Instanz von MERLIC Creator verbunden sind. MERLIC Frontends, die mit einer Instanz von MERLIC RTE verbunden sind, – dann in der Regel im produktiven Einsatz – sind für Benutzerinteraktionen und Änderungen gesperrt. Wenn MERLIC RTE ausgeführt wird, können Benutzer nur dann Schreibzugriff im MERLIC Frontend erhalten, wenn die aktuell geladene MVApp entsprechend eingerichtet wurde. Weitere Informationen dazu, wie Sie die MVApp einrichten, um den Erhalt von Schreibzugriff während der Ausführung von MERLIC RTE zu ermöglichen, finden Sie unter Schreibzugriff im Frontend.
Im MERLIC RTE-Modus ist der Schreibzugriff im MERLIC Frontend nur für den vorübergehenden Gebrauch vorgesehen. Dies ist beispielsweise sinnvoll, um bestimmte Parameter anzupassen und die Änderungen mit einigen wenigen Ausführungen zu validieren. Anschließend sollte der Schreibzugriff freigegeben werden, um die Steuerung an die verwendete Kommunikationseinrichtung, wie beispielsweise eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS), zurückzugeben. Der Schreibzugriff-Modus in MERLIC Frontend ist nicht für den dauerhaften Gebrauch vorgesehen!
Schreibzugriff erhalten
Um während der Ausführung von MERLIC RTE Schreibzugriff für das MERLIC Frontend zu erhalten, müssen Sie das „Schreibzugriff“-Widget verwenden.
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Klicken Sie auf das Handle des „Schreibzugriff“-Widgets. Die Steuerung wird an das MERLIC Frontend übergeben. Der aktivierte Schreibzugriffsmodus wird auch durch das Widget-Symbol
angezeigt. Sobald der Schreibzugriff erhalten wurde, ändert sich der interne Zustand von MERLIC zu „OperationalFrontendAccessMode“. Weitere Informationen finden Sie unter Änderungen des internen Zustands.
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Nehmen Sie die gewünschten Parameteränderungen vor und führen Sie gegebenenfalls Testläufe durch.
Der Schreibzugriff im MERLIC Frontend bleibt aktiv, bis er explizit freigegeben wird. Um die Steuerung an Ihre Kommunikationseinrichtung zurückzugeben, müssen Sie den Schreibzugriff explizit freigeben.
Schreibzugriff freigeben
Um die Steuerung wieder an die Kommunikationseinrichtung zu übergeben, müssen Sie den Schreibzugriff explizit im MERLIC Frontend freigeben. Nachdem die Schreibsperre aufgehoben wurde, sind keine Benutzerinteraktionen im Frontend mehr möglich und die Kommunikationseinrichtung verfügt wieder über Schreibberechtigung. Der interne Zustand von MERLIC wechselt zurück zu „Ready“. Weitere Informationen finden Sie unter Änderungen des internen Zustands.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um den Schreibzugriff freizuschalten:
Über das „Schreibzugriff“-Widget
Klicken Sie auf das Handle des „Schreibzugriff“-Widgets. Wenn mehrere „Schreibzugriff“-Widgets verfügbar sind, beispielsweise auf verschiedenen Registerkarten für verschiedene Benutzergruppen, kann nur das Widget, mit dem der Schreibzugriff erhalten wurde, für dessen Freigabe verwendet werden.
Über das MERLIC Frontend-Menü oder Tastenkombination
Öffnen Sie den Frontend-Menüeintrag „Zugriff“ und klicken Sie auf „Schreibzugriff freigeben“. Durch die Verwendung dieser Option wird auch die Freigabeaktion ausgelöst, die für das jeweilige Widget „Schreibzugriff“ konfiguriert ist.
Der Menüeintrag ist nur verfügbar, wenn die Frontend-Eigenschaften für die MVApp so konfiguriert sind, dass die Menüleiste angezeigt wird. Alternativ können Sie die Tastenkombination F2 verwenden.
Durch Schließen des MERLIC Frontend-Fensters
Wenn Sie das Fenster des MERLIC Frontends schließen, während der Schreibzugriffsmodus aktiv ist, wird dieser automatisch freigegeben.
Werte der Rezeptdatei können nicht im MERLIC Frontendgeändert werden. Wenn Sie Änderungen an Parameterwerten vorgenommen haben, die über die Rezeptdatei festgelegt werden, können diese Änderungen nicht in das Rezept übernommen werden.
Diese Änderungen gehen verloren, wenn eine Rezeptdatei geladen wird, d. h., wenn die Steuerung zurück an die Kommunikationseinrichtung übergeben und der Befehl „PrepareRecipe“ ausgelöst wird. Das Freigeben des Schreibzugriffs bewirkt nicht, dass die Rezeptdatei neu geladen wird. Daher bleiben derartige Änderungen nur so lange in der aktuellen Anwendung, bis der Befehl „PrepareRecipe“ ausgelöst wird.
Änderungen des internen Zustands
Zustandsänderungen bei Erhalt des Schreibzugriffs
Sobald der Schreibzugriff im MERLIC Frontend erhalten wurde, ändert sich der interne Zustand von MERLIC zu „OperationalFrontendAccessMode“. In diesem Modus darf die jeweilige Kommunikationseinrichtung oder Steuerung keine Befehle zur Ausführung der MVApp oder zum Laden einer Rezeptdatei auslösen.
Bei Verwendung eines digitalen I/O-Geräts oder eines Kamerageräts mit GenICam-kompatiblen digitalen I/O-Kanälen wird das „Ready“-Signal auf 0 gesetzt, wenn sich MERLIC im „OperationalFrontendAccessMode“-Modus befindet. Es ist jedoch weiterhin möglich, die Ergebnisse der MVApp-Ausführung abzufragen. Bei der Überprüfung des MERLIC-Zustands besteht die Möglichkeit, dass das „Ready“-Signal kurzzeitig auf 1 gesetzt wird. Bei Verwendung eines digitalen I/O-Geräts werden alle zugehörigen, zuvor festgelegten Ergebnissignale auf Null gesetzt, wenn der Frontend-Zugriff aktiviert wird.
Zustandsänderungen bei Freigabe des Schreibzugriffs
Wenn Sie den Schreibzugriff im MERLIC Frontend freigeben, ändert sich der interne Zustand von MERLIC zu „Ready“ (über die Modi „Preoperational“ und „OperationalAutomaticMode“).
Wird ein digitales I/O-Gerät oder ein Kameragerät mit GenICam-kompatiblen digitalen I/O-Kanälen verwendet, wird das „Ready“-Signal auf 1 gesetzt, um zu signalisieren, dass MERLIC Befehle vom Gerät verarbeiten kann.
Bei Verwendung eines digitalen I/O-Geräts oder eines Kamerageräts mit GenICam-kompatiblen digitalen I/O-Kanälen kann der Wert des „Ready“-Signals zu einer Fehlinterpretation des aktuellen Zustands von MERLIC führen, da das „Ready“-Signal erwartungsgemäß auf 0 gesetzt wird, wenn MERLIC einen Befehl der Kommunikationseinrichtung oder Steuerung verarbeitet, z. B. den Befehl „StartSingleJob“.
Wenn die Kommunikationseinrichtung beispielsweise den Befehl „StartSingleJob“ auslöst, wird das jeweilige Signal für die Einzelausführung auf 1 gesetzt. MERLIC beginnt die Einzelausführung, sobald der Befehl erkannt wurde. Wenn ein Benutzer Schreibzugriff für das MERLIC Frontend erhält und MERLIC diese Anforderung genau mit der Zeitverzögerung empfängt, in der das Signal für die Einzelausführung noch nicht erkannt wurde, wechselt MERLIC in den Modus „OperationalFrontendAccessMode“, da die betreffende Anforderung zuerst erkannt wurde. Die erwartete Einzelausführung findet daher nicht statt. Es kann jedoch so erscheinen, als ob MERLIC den Befehl „StartSingleJob“ ausführen würde, da das „Ready“-Signal auf 0 gesetzt wurde. Es ist nicht möglich nachzuvollziehen, warum das „Ready“-Signal auf 0 gesetzt wurde, weil die internen MERLIC-Zustände „SingleExecution“ und „OperationalFrontendAccessMode“ nicht abgefragt werden können, wenn ein digitales I/O-Gerät oder Kameragerät mit GenICam-kompatiblen digitalen I/O-Kanälen verwendet wird.
Um Fehlinterpretationen zu vermeiden und einen einwandfreien Fertigungsprozess sicherzustellen, wird empfohlen, nur nach sorgfältiger Überprüfung des aktuellen Fertigungsprozesses und synchronisiert mit der Maschinensteuerung Schreibzugriff im Frontend zuweisen zu lassen.
Außerdem wird empfohlen, die Berechtigung zum Erhalten des Schreibzugriffs auf eine bestimmte Benutzergruppe zu beschränken, damit nur autorisierte Benutzer auf diese Funktion zugreifen können. Weitere Informationen zur Benutzerverwaltung von MERLIC finden Sie unter Benutzerverwaltung einrichten.