Trigger für den Bildeinzug konfigurieren

Um die Konfigurationsoptionen für ein bestimmtes Kameragerät zu aktivieren, müssen Sie die Konfiguration aktivieren, in der die Bildquelle gespeichert ist. Nur dann ist es möglich, die Kameraparameter einer bestimmten Bildquelle zu konfigurieren oder den Vorschaumodus für die jeweiligen Bilddateien zu verwenden. Nachdem Sie die Konfiguration aktiviert und ein Kameragerät zur Konfiguration ausgewählt haben, können Sie nun die Parameter des ausgewählten Kamerageräts anpassen, beispielsweise den Triggermodus. MERLIC unterstützt je nach Trigger bis zu drei Triggermodi für den Bildeinzug: Hardware, Software und Freilaufend.

Standardmäßig verwendet MERLIC einen Softwaretrigger für alle angeschlossenen Kamerageräte. Um einen anderen Triggermodus zu verwenden, müssen Sie die betreffenden Kameraparameter manuell ändern. Dafür können Sie entweder die MVTec EasyParams oder die Kameraparameter auf der Registerkarte „Alle Parameter“ verwenden. Die EasyParams vereinen die wichtigsten Konfigurationsoptionen in sich, sodass Sie diese nicht extra suchen müssen. Die Kameraparameter auf der Registerkarte „Alle Parameter“ ermöglichen jedoch abhängig von den Parametern, die vom Kameragerät unterstützt werden, zusätzliche Konfigurationen. Falls der Triggermodus für ein Kameragerät nicht festgelegt werden kann, werden die jeweiligen Standardwerte der Kamera verwendet.

Parameter des Triggermodus

Der Triggermodus eines Kamerageräts kann auf verschiedene Arten eingestellt werden: über die Registerkarte „EasyParams“ oder über die Registerkarte „Alle Parameter“.

EasyParams für den Triggermodus

Auf der Registerkarte „EasyParams“ können Sie den Triggermodus mit dem Parameter „Trigger Method“ festlegen. Dieser kombiniert die Parameter „Trigger Selector“, „Trigger Mode“ und „Trigger Source“.

Bei Auswahl des Triggermodus für Hardware- oder Software-Trigger wird der Triggermodus automatisch aktiviert. Bei Auswahl der Triggermethode „Off“ bleibt der Triggermodus jedoch deaktiviert.

Wenn Sie einen anderen Triggerselektor als „FrameStart“ verwenden möchten (bzw. „ExposureStart“, wenn FrameStart nicht verfügbar ist), müssen Sie Triggerselektor und Triggermodus auf der Registerkarte „Alle Parameter“ festlegen.

Parameter des Triggermodus „Alle Parameter

Auf der Registerkarte „Alle Parameter“ werden die Parameter für die Konfiguration des Triggermodus in der Kategorie „AcquisitionControl“ festgelegt.

  1. Stellen Sie den Parameter „Trigger Selector“ wie gewünscht ein.
  2. Aktualisieren Sie die Kameraparameter über die -Schaltfläche im Registerkartentitel.
  3. Stellen Sie den Triggermodus über die Parameter „Trigger Mode“ und „Trigger Source“ ein.

Der Triggerselektor muss unbedingt zuerst festgelegt werden, weil die Parameter „Trigger Mode“ und „Trigger Source“ sowie in einigen Fällen der Parameter „Trigger Software“ an den ausgewählten Wert des Parameters „Trigger Selector“ gebunden sind. Wenn Sie den Triggerselektor ändern, wird die ganze Konfiguration dieser Parameterkombination geändert, sodass Sie diese ebenfalls neu konfigurieren müssen.

Hardwaretrigger

Bei Verwendung des Triggermodus muss der Bildeinzug durch ein Triggersignal ausgelöst werden. Dieses kann von einer Triggereinrichtung ausgegeben werden, wie beispielsweise einem Taster oder einer Lichtschranke.

Wenn Sie die Live-Bildansicht der Registerkarte „Bildquellen“ im Hardwaretriggermodus verwenden möchten, muss sichergestellt sein, dass die Hardware den Bildeinzug auslöst.

Kameraparameter für Hardwaretrigger festlegen

Registerkarte „EasyParams

Stellen Sie den EasyParamTrigger Method“ auf den gewünschten Hardwaretrigger ein, beispielsweise „Line1“.

Sie können nur Hardwaretrigger des Typs „Line<x>“ auswählen. Wenn Sie einen Hardwaretrigger anderer Art verwenden möchten, müssen Sie den Hardwaretrigger auf der Registerkarte „Alle Parameter“ konfigurieren.

Registerkarte „Alle Parameter
  1. Wählen Sie den Triggertyp im Parameter „Trigger Selector“ aus.
  2. Setzen Sie den „Trigger Mode“ auf „On“.
  3. Legen Sie den Parameter „Trigger Source“ auf den Anschlussstift fest, d. h. die physische Eingangsleitung, die für den Hardwaretrigger konfiguriert wurde. Der richtige Wert von „Trigger Source“ hängt von den jeweils verfügbaren Anschlüssen des Kamerageräts und des Triggergeräts sowie deren Einrichtung ab. Weitere Informationen zu den entsprechenden Anschlüssen finden Sie in der jeweiligen Dokumentation für die Kamera und Triggereinrichtung, die verwendet werden.

Die folgende Abbildung veranschaulicht eine Beispielkonfiguration für Hardwaretrigger. In diesem Beispiel ist „Trigger Source“ auf „Line1“ festgelegt, d. h. dass dieser Triggertyp für den Hardwaretrigger konfiguriert wird. Daher muss die Triggereinrichtung an den entsprechenden Anschlussstift von „Line1“ angeschlossen werden.

Timeout für das Hardwaretriggersignal

Wenn die MVApp ausgeführt wird, muss ein Hardwaretriggersignal gesendet werden, bevor die Timeout-Dauer erreicht wird. Ansonsten kommt es für den Bildeinzug zu einem Timeout. Die Timeout-Dauer beträgt standardmäßig 5 Sekunden. Sie kann durch Einstellung des Parameters „Grab Timeout“ in der Kategorie „HALCON Interface“ angepasst werden.

Handhabung verpasster Trigger

Einige Kamerageräte unterstützen „FrameTriggerMissed“-Ereignisse. Dieses Ereignis weist darauf hin, dass das Kameragerät ein Triggersignal empfangen hat, das nicht verarbeitet werden konnte. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Kamera noch ein Bild aus einem vorherigen Triggersignal belichtet. Wenn das Kameragerät ein „FrameTriggerMissed“-Ereignis sendet, protokolliert der Image Source Manager (ISM) eine Warnung. Tritt das Ereignis im MERLIC RTE-Modus auf, während sich das System im Zustand „Ready“ oder in einem der Ausführungszustände befindet, wird ein „Error“-Ereignis ausgegeben.

Handhabung verworfener Bilder

In bestimmten Fällen kann ein von der Kamera aufgenommenes Bild verloren gehen, beispielsweise wenn die Bildpufferkapazität überschritten wird, weil die Bilder schneller eingezogen wurden, als sie verarbeitet werden konnten. Dies bedeutet, dass das Bild verloren geht und nicht verarbeitet werden kann.

Wenn ein Frame bei Verwendung einer hardwaregesteuerten Kamera verworfen wird, erzeugt das Tool Bildquelle im MERLIC Creator ein Fehlerbild und eine Warnung im Toolstatus. Die entsprechende Lücke in der Frame-ID wird geschlossen, um die Übereinstimmung zwischen externen Triggersignalen und den Verarbeitungsergebnissen aufrechtzuerhalten. Im MERLIC RTE-Modus wird der Verarbeitungsschritt für das verworfene Bild übersprungen; es wird jedoch ein entsprechendes Ergebnis mit dem Ergebnisstatus „Failed“ zusammen mit einem „Error“-Ereignis ausgegeben.

Softwaretrigger

Bei Verwendung des Softwaretriggermodus können die Triggersignale durch MERLIC Creator, MERLIC Frontend, MERLIC RTE oder ein Kommunikations-Plugin ausgelöst werden.

Wenn Sie die Live-Bildansicht der Registerkarte „Bildquellen“ im Softwaretriggermodus verwenden möchten, müssen Sie die Kameraparameter wie unten beschrieben festlegen.

Kameraparameter für Softwaretrigger festlegen

Registerkarte „EasyParams

Setzen Sie die EasyParam-„Trigger Method“ auf „Software“.

Registerkarte „Alle Parameter
  1. Wählen Sie den Triggertyp im Parameter „Trigger Selector“ aus.
  2. Setzen Sie den „Trigger Mode“ auf „On“.
  3. Setzen Sie den Parameter „Trigger Source“ auf „Software“.

Handhabung verworfener Bilder

In bestimmten Fällen kann ein von der Kamera aufgenommenes Bild verloren gehen, beispielsweise wenn die Bildpufferkapazität überschritten wird, weil die Bilder schneller eingezogen wurden, als sie verarbeitet werden konnten. Dies bedeutet, dass das Bild verloren geht und nicht verarbeitet werden kann.

Bei Verwendung einer Kamera mit Softwaretrigger sollte jedem eingezogenen Bild immer genau ein Trigger vorausgehen. Ein verworfenes Bild deutet auf eine schwerwiegende Fehlkonfiguration des Softwaretriggers hin und wird daher als Fehler behandelt. Im MERLIC RTE-Modus wird der aktuelle Job angehalten und MERLIC wechselt in den „Error“-Zustand. In diesem Zustand können Sie die Bildquellen-Konfiguration überprüfen und die Einstellungen anpassen.

Freilaufender Modus

Im freilaufenden Modus werden Bilder so schnell wie möglich eingezogen. Die Kamera wartet kein Triggersignal ab.

Kameraparameter für den Freilaufmodus festlegen

Registerkarte „EasyParams

Setzen Sie die EasyParam-„Trigger Method“ auf „Off“.

Registerkarte „Alle Parameter

Setzen Sie den Parameter „Trigger Mode“ auf „Off“.

Handhabung verworfener Bilder

In bestimmten Fällen kann ein von der Kamera aufgenommenes Bild verloren gehen, beispielsweise wenn die Bildpufferkapazität überschritten wird, weil die Bilder schneller eingezogen wurden, als sie verarbeitet werden konnten. Dies bedeutet, dass das Bild verloren geht und nicht verarbeitet werden kann.

Bei der Verwendung einer Kamera im freilaufenden Modus kommt es häufig vor, dass Bilder verworfen werden, da die Kamera die Bilder so schnell wie möglich einzieht. Wenn die Bildverarbeitung nicht mithalten kann, werden Bilder verworfen. Die daraus resultierenden Lücken in der Frame-ID werden daher ignoriert und das nächste verfügbare Bild wird verarbeitet.