Lebensmittel- & Getränkeproduktion
LEBENSMITTELVERPACKUNGEN
Industrielle Bildverarbeitung prüft Lebensmittel und Verpackungen direkt in der Produktionslinie – schnell, zuverlässig und ohne Unterbrechung. Sie erkennt Defekte, Verunreinigungen, falsche Varianten sowie fehlende oder falsch positionierte Produkte. Klassische Bildverarbeitung übernimmt präzise Prüfaufgaben wie Vermessung, Positionierung und Anwesenheitskontrolle. KI-basierte Verfahren ergänzen sie dort, wo Produkte, Verpackungen oder Fehlerbilder stark variieren. So lassen sich beide Ansätze flexibel kombinieren – für zuverlässige Qualitätssicherung und mehr Lebensmittelsicherheit.
INLINE-PROZESSKONTROLLE
Abfülllinien für Getränke bieten zahlreiche Prüfpunkte für die industrielle Bildverarbeitung. Die automatisierte Inspektion von Flaschen und Behältern kann Fehler frühzeitig erkennen, Prozessergebnisse überprüfen und dazu beitragen, dass fehlerhafte Produkte nicht in nachgelagerte Prozesse gelangen.
Leerbehälterinspektion
Risse, Mündungsschäden, Verschmutzungen, Fremdkörper und falsche Behältertypen vor dem Befüllen erkennen.
Füllstands- & Fremdkörperinspektion
Unter- oder Überfüllung, Füllhöhe, Prozessabweichungen und sichtbare Fremdkörper prüfen.
Verschlussinspektion
Vorhandensein und Position von Verschlüssen prüfen sowie schiefe, deformierte oder fehlerhafte Tethered Caps erkennen.
Etiketten- & Druckinspektion
Vorhandensein, Ausrichtung, Druckqualität, Varianteninformationen und Lesbarkeit von Codes prüfen.
Vollpackungsinspektion
Vollständigkeit, Anzahl und richtige Behältertypen vor der Weiterverarbeitung prüfen.
IDENTIFIKATION & RÜCKVERFOLGBARKEIT
Eine zuverlässige Identifikation ist entscheidend für Rückverfolgbarkeit und Verpackungsqualität. Industrielle Bildverarbeitung kann aufgedruckte Texte und Codes wie Verfalls- oder Mindesthaltbarkeitsdaten, Losnummern, Chargencodes, 1D-Barcodes, Data-Matrix-Codes und QR-Codes lesen und prüfen. Barcode-Verifikation und 2D-Code-Inspektion stellen sicher, dass der erwartete Code vorhanden, lesbar und korrekt gedruckt ist. Dabei sind die Bedingungen auf Lebensmittel- und Getränkeverpackungen oft anspruchsvoll: Zeichen und Codes können unscharf oder kontrastarm sein, Oberflächen glänzend, gekrümmt, flexibel oder nass und Produkte mit hoher Geschwindigkeit bewegt werden. Robuste OCR und Code-Lesung helfen, variable Informationen auch unter diesen Bedingungen zuverlässig zu prüfen.
VERPACKUNG & NACHHALTIGKEIT

Neue Verpackungs- und Nachhaltigkeitsvorschriften wie die EU-Verpackungsverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR) verändern die Anforderungen an Verpackungen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Für Hersteller in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie werden flexible und zuverlässige Prüfprozesse daher immer wichtiger, da sich Verpackungsmaterialien, Formate, Etiketten und Designs weiterentwickeln.
Industrielle Bildverarbeitung unterstützt die automatisierte Verpackungsinspektion, indem sie Merkmale wie Vollständigkeit, Abmessungen, Positionierung, Etiketten, aufgedruckte Informationen und Codes direkt in der Produktion prüft. Prüfabläufe lassen sich an neue Verpackungsvarianten anpassen und ermöglichen gleichzeitig eine gleichbleibende Qualität bei Produktionsgeschwindigkeit.
DER WECHSEL ZU 2D-CODES
Der Einzelhandel stellt schrittweise von klassischen 1D-Barcodes auf datenreichere 2D-Codes um. Ziel ist es, dass Kassensysteme bis Ende 2027 zusätzlich zu bestehenden linearen Barcodes eine definierte Auswahl an 2D-Codes auf Basis von GS1-Standards lesen und verarbeiten können.
Für Hersteller in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie können 2D-Codes die Rückverfolgbarkeit verbessern, da sie auf kompakter Fläche mehr Informationen enthalten können, etwa Produktkennungen, Chargen- oder Losinformationen und Verfallsdaten. Mit der Umstellung gewinnt auch die zuverlässige Inspektion und Verifikation von 1D- und 2D-Codes in der Produktion an Bedeutung.
Zu den relevanten GS1-Standards zählen GS1 DataMatrix sowie QR Codes und Data-Matrix-Codes mit GS1 Digital Link URI Syntax. Bestehende lineare Barcodes werden während der Übergangsphase voraussichtlich parallel zu 2D-Codes verwendet.
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