17. September 2026 | Pressemitteilung | MERLIC

„Der Anspruch von MERLIC geht heute über die reine Erstellung von Machine-Vision-Applikationen hinaus. Wir haben MERLIC Schritt für Schritt zu einem Framework weiterentwickelt, das Anwender auch bei Integration und Betrieb ihrer Anwendungen unterstützt. Mit MERLIC 26.10 tragen wir insbesondere der wachsenden Bedeutung von Cybersicherheit in vernetzten Produktionsumgebungen Rechnung", erklärt Ulf Schulmeyer, Product Manager MERLIC bei MVTec.
Die größte Neuerung in MERLIC 26.10 ist die grundlegend überarbeitete Kommunikationsarchitektur. Sie ermöglicht eine verschlüsselte Kommunikation zwischen MERLIC-Komponenten und vereinfacht zugleich die Netzwerkkonfiguration. Remote-Verbindungen sind standardmäßig deaktiviert und müssen gezielt aktiviert werden. Damit folgt MERLIC einem Security-by-Default-Ansatz. Zudem stellt MVTec erstmals Software Bills of Materials (SBOMs) im SPDX-Format für MERLIC bereit. Sie schaffen Transparenz über die eingesetzten Softwarekomponenten und unterstützen Anwender bei Sicherheitsanalysen und Compliance-Prüfungen.
MERLIC muss in Produktionsumgebungen häufig über Systemgrenzen hinweg kommunizieren. MERLIC 26.10 führt daher eine neu gestaltete Kommunikationsarchitektur ein, die die Kommunikation zwischen MERLIC-Komponenten sicherer und einfacher verwaltbar macht. Das neue Secure-by-Default-Modell lässt zunächst nur lokale Verbindungen zu. Remote-Zugriffe müssen explizit aktiviert und können mit Transport Layer Security (TLS) geschützt werden. Für Remote-Verbindungen nutzt MERLIC nun WebSockets. Mehrere MERLIC-Dienste und -Instanzen können über separate WebSocket-Endpunkte denselben Port verwenden. Dadurch werden weniger Ports benötigt und die Konfiguration der Firewall vereinfacht. Zudem können Anwender gezielt eine bestimmte MERLIC-Instanz auf einem System ansprechen.
Für die lokale Kommunikation nutzt MERLIC Unix-Domain-Sockets (UDS). Dadurch entfallen der Overhead des Netzwerkstacks und die Portverwaltung. Der Zugriff wird über die Dateiberechtigungen des Betriebssystems gesteuert. Die neue Architektur schafft außerdem die technische Grundlage für die zukünftige Integration von MERLIC-Anwendungen in webbasierte Umgebungen.
Auf einem Produktionssystem können mehrere MERLIC-Instanzen für unterschiedliche Bildverarbeitungsanwendungen ausgeführt werden. MERLIC 26.10 führt einen neu gestalteten Verbindungsdialog in MERLIC Frontend und MERLIC RTE Setup ein, der die Verbindung mit solchen Systemen vereinfacht. Neben dem Host können Anwender nun gezielt die MERLIC-Instanz auswählen, mit der sie sich verbinden möchten. Bereits verwendete Hosts stehen automatisch zur Auswahl. Grafische Indikatoren zeigen außerdem die Systemverfügbarkeit und die für die Verbindung erforderliche Sicherheitsstufe an. Dies verbessert die Übersicht und hilft insbesondere bei Systemen mit mehreren MERLIC-Instanzen, Konfigurationsfehler zu vermeiden.
Bei der Erstellung einer MERLIC-Anwendung können Tools gruppiert werden, um komplexere Tool Flows übersichtlich zu strukturieren. Mit MERLIC 26.10 lassen sich gruppierte Tools innerhalb einer MVApp einfacher prüfen, konfigurieren und wiederverwenden. Gruppen können nun in einer eigenen Registerkarte „Tool Flow“ geöffnet werden. Dort können Anwender die enthaltenen Tools anzeigen, einzelne Tools auswählen und deren Parametereinstellungen direkt prüfen oder anpassen. Auch die Gruppenschnittstelle lässt sich konfigurieren. Parameter und Ergebnisse gruppierter Tools können nun zur Gruppenschnittstelle hinzugefügt werden. Dadurch stehen sie für die Konfiguration zur Verfügung und lassen sich im Frontend Designer mit Widgets verbinden, ohne dass die Gruppierung aufgehoben werden muss.
Anwender können so gruppierte Konfigurationen und Frontend-Designs anpassen, während bestehende Toolgruppen erhalten bleiben. Dies reduziert unnötige Umstrukturierungen bei der Entwicklung einer MVApp.
Software Bill of Materials (SBOMs) schaffen Transparenz über die Bestandteile eines Softwareprodukts und unterstützen automatisierte Sicherheits- und Compliance-Prozesse. MERLIC 26.10 stellt für die meisten seiner Komponenten SBOMs im standardisierten SPDX-Format bereit. Die maschinenlesbaren SBOMs enthalten Informationen zu Herkunft, Abhängigkeiten, Versionen und Lizenzen. Sie können zudem mit Datenbanken bekannter Schwachstellen abgeglichen werden, die als Common Vulnerabilities and Exposures (CVEs) dokumentiert sind. Dies erleichtert die Integration von MERLIC in bestehende Prozesse für Softwaresicherheit und Schwachstellenmanagement.
MERLIC 26.10 vereinfacht zwei häufige Aufgaben bei der Einrichtung und Entwicklung von Anwendungen: die Verwaltung von MVApps für die Prozessintegration und die Überprüfung von Regions of Interest (ROIs).
In den meisten Anwendungsfällen können MVApps nun direkt in die Rezeptverwaltung importiert und im MERLIC-RTE-Modus als virtuelle Rezepte verwendet werden. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, separate MERLIC-Rezepte zu erstellen, wenn keine zusätzlichen Parametrisierungen oder spezifische Acquisition Sequences erforderlich sind. Dies vereinfacht die Einrichtung und Wartung. MERLIC-Rezepte stehen weiterhin für Anwendungsfälle zur Verfügung, die mehrere vordefinierte MVApp-Parametrisierungen oder eine bestimmte Acquisition Sequence erfordern.
Zudem wurde die Visualisierung von ROIs in MERLIC Creator und MERLIC Frontend verbessert. Bei Auswahl einer ROI werden je nach ROI-Typ relevante Eigenschaften wie Breite, Höhe, Position, Winkel oder Radius direkt angezeigt. Dadurch sind wichtige ROI-Informationen während der Anwendungsentwicklung und -prüfung sofort sichtbar.
Bild: Neue Kommunikationsarchitektur (.png)
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